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14/12/2017 16:44 CET | Aktualisiert 15/12/2017 08:24 CET

Depressionen: Menschen mit diesen Charakterzügen sind laut Forschern weniger anfällig

Neurotische Menschen sind nicht zwangsläufig anfälliger.

Martin Dimitrov via Getty Images
Depressionen sind eine der am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten der Welt.
  • Experten nehmen an, dass neurotische Menschen eher zu Depressionen tendieren als andere
  • Nun aber haben Forscher herausgefunden, dass dies nicht zwangsläufig so sein muss
  • Bestimmte Charaktereigenschaften sollen Depressionen verhindern können

Mit etwa vier Millionen Betroffenen allein in Deutschland sind Depressionen längst eine der größten Volkskrankheiten. Trotzdem sind über kaum eine Krankheit so viele Irrtümer im Umlauf.

Hartnäckig hält sich zum Beispiel die Meinung, mit ein bisschen Schokolade und “zusammenreißen” sei den “Stimmungsschwankungen” schon beizukommen. Wer das nicht schafft, sei selbst schuld.

Tatsächlich aber handelt es sich bei Depressionen um eine psychische Krankheit, von der manche Menschen wahrscheinlicher betroffen sind als andere.

Prägende Erfahrungen aus der Kindheit bestimmen die Anfälligkeit für Depressionen ebenso wie die genetische Veranlagung. Experten gehen zudem davon aus, dass neurotische Menschen häufiger dazu neigen, depressiv zu werden als andere.

Neurotische Menschen nicht zwangsläufig anfälliger

Forscher der Universität von Buffalo haben nun jedoch herausgefunden, dass Neurotizismus nicht zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit einer Depression erhöht; entscheidend ist demnach vielmehr die Kombination einer neurotischen Neigung mit zwei anderen Persönlichkeitsfaktoren: Geselligkeit und Gewissenhaftigkeit.

Mehr zum Thema: Die Ursache von Depressionen geht auf diese 5 Erfahrungen aus der Kindheit zurück

Wie auch Neurotizismus gehören diese beiden Eigenschaften zu den sogenannten Big Five, einem Modell, das die Persönlichkeit eines Menschen in fünf Hauptdimensionen unterteilt: Aufgeschlossenheit, Gewissenhaftigkeit, Geselligkeit, Verträglichkeit und Neurotizismus.

Das spezifische Zusammenspiel dieser Eigenschaften entscheidet darüber, wie ein Mensch in einer bestimmten Situation reagiert.

Während kaum neurotische Menschen eher zufrieden und emotional stabil sind, erleben Menschen mit stark ausgeprägtem Neurotizismus häufiger Angst, Unsicherheit und Verlegenheit und haben Schwierigkeiten, in Stresssituationen angemessen zu reagieren.

Geselligkeit und Gewissenhaftigkeit können Depressionen verhindern 

Nach der Befragung von 463 Probanden kamen die US-Forscher jedoch zu dem Schluss, dass nicht der hohe Neurotizismuswert allein entscheidet, ob ein Mensch eine Veranlagung zu Depressionen besitzt, sondern die spezifische Kombination seiner Ausprägung von Neurotizität, Geselligkeit und Gewissenhaftigkeit.

Anders ausgedrückt: Neurotische Menschen, die gleichzeitig besonders gesellig und gewissenhaft sind, haben ein geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken, als Menschen, die introvertiert und nachlässig sind.

➨ Mehr zum Thema: Das Symptom von Depressionen, über das niemand spricht

Der Grund dafür: Gesellige (extrovertierte) Menschen neigen laut den Wissenschaftlern eher dazu, sich mit Menschen zu treffen und schöpfen aus sozialer Interaktion Kraft und positive Emotionen.

Gewissenhafte Menschen seien zudem leistungsbereit und verpflichteten sich viel eher für bedeutende Aufgaben, deren Bewältigung dann einen Belohnungseffekt mit sich bringt.

Nicht die Eigenschaften an sich, wohl aber deren Folgewirkungen können so verhindern, dass sich emotionale Instabilität und Stress in eine Depression verwandeln.

(lk)

 

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