POLITIK
02/02/2018 23:13 CET | Aktualisiert 03/02/2018 13:00 CET

FDP-Vize Kubicki legt Schulz nahe, die GroKo platzen zu lassen

Deutliche Worte.

  • FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat im Interview mit der HuffPost seine Bedenken gegen eine Fortführung der Großen Koalition geäußert
  • Er sprach sich für Neuwahlen aus
  • Wie Kubicki vor Kurzem auch gegen die AfD austeilte, seht ihr im Video oben

Die Koalitionsverhandlungen nähern sich dem Ende. Vor allem für einen Beteiligten steht viel auf dem Spiel: SPD-Chef Martin Schulz.

Glaubt man verschiedenen Medienberichten, dann versucht der 62-Jährige, sich einen Ministerposten in der GroKo-Neuauflage und so sein Überleben als Parteichef zu sichern.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki äußert im Interview mit der HuffPost jedoch große Bedenken über einen Eintritt von Martin Schulz in das Kabinett von Angela Merkel. Vielmehr legt er dem SPD-Chef nahe, die Große Koalition platzen zu lassen.

Das ganze Interview könnt ihr hier sehen:

“Martin Schulz tut mir mittlerweile leid”

“Ich erwarte von dieser Großen Koalition überhaupt nichts, außer das Weiter so”, stellt der Politiker klar. “Und ich erwarte, dass die Sozialdemokraten darunter mehr leiden werden als die Union.” Kubicki geht von einem weiteren Absturz der SPD in den Umfragen aus.

Besonders heftige Worte bekommt der SPD-Chef ab: “Martin Schulz tut mir mittlerweile leid. Er hat keine politische Orientierung mehr.”

Schulz müsse aufpassen, überhaupt noch einen “politischen Wirkungskreis” zu haben. “Von einem Hoffnungsträger, von dem man glaubte, der kann übers Wasser gehen, zu einem Ertrinkenden zu werden, so ist das Bild”, sagt Kubicki.

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Sollte die SPD die GroKo platzen lassen?

Auf Nachfrage, ob er Schulz einen Rücktritt nahe legen würde, sagt Kubicki, er müsse Schulz nichts empfehlen.

“Aber bevor er jetzt zur Lachnummer der deutschen Politik wird, und dabei ist er gerade, wenn er jetzt noch in ein Kabinett Merkel eintreten will, dann muss er irgendwann einmal Konsequenz zeigen”, betont der FDP-Politiker.

Denn: Im Prinzip habe die SPD alles in der Hand. “Wenn diese Große Koalition nun scheitert an inhaltlichen Überlegungen, die die SPD für unverzichtbar hält, dann wird es nicht zu ihren Lasten gehen, sondern zu Lasten der Kanzlerin.”

Eine mögliche Lösung aus der Zwickmühle: Neuwahlen.

Kubicki glaubt nicht, “dass sich die Meinungsumfragen wirklich im Wahlergebnis widerspiegeln”.

Er denke vielmehr, “die Menschen haben ein Gefühl dafür entwickelt, dass es etwas Neues geben muss”.

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(mf)