ELTERN
22/01/2018 14:53 CET

Köln: Lehrerin verklagt Elternsprecher und fordert 30.000 Euro von ihm

Die Lehrerin zog nach einem Beschwerdebrief vor Gericht.

skynesher via Getty Images
Kölner Lehrerin möchte sich Beschwerdebrief nicht gefallen lassen.
  • Schwere Vorwürfe erhoben die Eltern der Fünft- und Sechstklässler einer Gesamtschule gegen deren Englisch- und Musiklehrerin
  • Ein Elternsprecher sammelte die Beschwerden in einem Brief
  • Daraufhin forderte die Lehrerin 30.000 Euro Schmerzensgeld und verklagte ihn

Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Wenn etwas diesem Ziel entgegenläuft, fordern sie auch Veränderungen in der Schule. Einer Kölner Lehrerin gingen diese Beschwerden aber nun zu weit.

Sie griff zu einer heftigen Gegenmaßnahme und verklagte den Elternsprecher der fünften und sechsten Klassen der Gesamtschule auf ein Schmerzensgeld von 30.000 Euro, berichtet die Kölner Zeitung “Express”.

Anlass der Schmerzensgeld-Forderung war ein Beschwerdebrief: Immer mehr Eltern hatten das Gefühl, dass die Englisch- und Musiklehrerin ihre Kinder ungerecht und unprofessionell behandeln würde. Sie wandten sich mit ihrer Kritik an den Elternjahrgangssprecher, dessen Sohn selbst die sechste Klasse besucht.

Dieser versuchte zunächst Gespräche zu vermitteln. Als die Lehrerin nicht darauf einging, wandte er sich an die Schulleitung. Diese bat ihn, die Beschwerden in einem Brief an die Lehrerin zusammenzufassen.

Die erhobenen Vorwürfe hatten es in sich

Das Schreiben, das der Elternsprecher im Namen zahlreicher Eltern verfasst hatte, war Medienberichten zufolge durchaus gesalzen:

► Die Lehrerin soll, wie die “Kölnische Rundschau” berichtet, Kinder bloßgestellt und beleidigt haben.

► Demnach hätten Eltern der Lehrerin auch vorgeworfen, rassistische Bemerkungen gemacht zu haben.

► Außerdem habe die Lehrerin den Unterricht regelmäßig überzogen, so dass die Kinder kaum Pausen hatten, nicht zum Essen kamen oder sogar ihren Bus verpassten.

► Sogar die Aufsichtspflicht soll verletzt worden sein.

► Die Hausaufgaben seien zu umfangreich und die Kinder würden zu wenig motiviert, schrieb der Elternsprecher.

► Auch die mangelnde Gesprächsbereitschaft der Lehrerin wurde demnach in dem Brief kritisiert.

Die Lehrerin fühlte sich daraufhin zu Unrecht angegriffen, nahm sich einen Anwalt und forderte 30.000 Euro Schmerzensgeld von dem Elternsprecher. Außerdem solle er in Zukunft seine Äußerungen unterlassen.

Der Fall ging vor Gericht

Der Vater wies die Forderungen zurück. Die Lehrerin reichte daraufhin Klage beim Landgericht ein, da sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sah.

Das Gericht wies die Klage ab. Die Vorwürfe aus dem Brief seien tatsächlich von Eltern vorgebracht worden. Es liege weder eine verletzende Meinungsäußerung noch ein unzulässiges Werturteil vor.

 (cho)