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12/02/2018 14:50 CET | Aktualisiert 15/02/2018 16:41 CET

Ein Trauma in der Kindheit kann das Herz Jahrzehnte später schädigen

Forscher haben das nun durch eine Reihe von Studien belegt.

Xesai via Getty Images
Viele solcher Erfahrungen in der Kindheit können seelische und körperliche Spuren hinterlassen.
  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit fördern das Risiko für Herzerkrankungen, fanden Wissenschaftler jetzt heraus
  • Die US-Forscher vermuten, das hohe Risiko entstehe durch eine Kette von Reaktionen der traumatisierten Menschen

Wer als Kind eine traumatische Erfahrung gemacht hat, besitzt ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Das fanden Forscher der American Heart Association (AHA) heraus. 

Die Forscher belegen das durch eine Reihe von Studien. Die zeigen einen starken Zusammenhang zwischen traumatischen Erlebnissen im Kindes- und Jugendalter und den möglichen Risiken, im Erwachsenenalter Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 zu entwickeln.

► Das wiederum erhöht die Risiken für Herz- und Blutgefäßerkrankungen – und diese können zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

Die seelischen und körperlichen Spuren halten an

Die Spannbreite der möglichen traumatischen Erlebnisse reicht von Mobbing über Missbrauch und Gewalt. Auch die Trennung der Eltern, Drogenmissbrauch der Erziehungsberechtigten oder deren Tod können Kinder traumatisieren.

Auch die Umgebung spiele laut der Wissenschaftler eine Rolle: Eine hohe Kriminalitätsrate in der Wohngegend, Armut oder Obdachlosigkeit können seelische und körperliche Spuren bei Kindern hinterlassen.

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Diese Erfahrungen sollten verhindert werden

“Die wahre Tragödie ist, dass Kinder überhaupt solchen traumatischen Erfahrungen ausgesetzt sind”, erklärt Shakira Suglia, Studienleiterin und Professorin für Epidemiologie an der Emory University in Atlanta.

“Traurigerweise verschwinden die negativen Konsequenzen dieser Erfahrungen nicht, sobald sie vorbei sind. Die Auswirkungen sind noch Jahre später zu spüren.”

Idealerweise solle verhindert werden, dass Kindern solche Dinge überhaupt widerfahren – so müssten sie auch nicht unter den psychischen und physischen Folgen leiden.

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Es muss noch weiter geforscht werden

Wie genau die traumatischen Erlebnisse in der Kindheit die Herzgesundheit beeinflussen, ist nicht klar – doch die Forscher der Studie vermuten, dass Verhaltensstörungen, psychische Krankheiten und erhöhter Stress eine Rolle spielen könnten.

► Beispielsweise könnten Rauchen oder Esssucht als Stressverarbeitung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen.

Jedoch weisen die Wissenschaftler konkret darauf hin, dass ihre Auswertung kein Prinzip der Ursache und Wirkung beweise. Dennoch liege ohne Frage ein Zusammenhang vor.

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(ks)