POLITIK
16/01/2018 08:50 CET | Aktualisiert 16/01/2018 15:28 CET

Neue Vorwürfe nach Kika-Sendung: Diaa soll islamistischen Beitrag veröffentlicht haben

Das Paar bekommt mittlerweile Polizeischutz.

  • Der Wirbel um die Kika-Sendung über ein deutsch-syrisches Liebespaar geht weiter
  • Die Protagonisten bekommen Morddrohungen und es gibt schwere Vorwürfe gegen den Darsteller
  • Im Video oben seht ihr, wie der Kika bereits auf Anschuldigungen von AfD und Rechten zu der Sendung reagiert hat

Wohl noch nie bekam eine Sendung des Kinderkanals so viel Aufmerksamkeit: Ein bereits Ende November 2017 ausgestrahlter Beitrag über die Liebe zwischen der – jeweils zum Zeitpunkt der Dreharbeiten – 16-jährigen Malvina und dem 19-jährigen syrischen Flüchtling Diaa hat vergangene Woche für heftige Diskussionen gesorgt.

Etliche AfD-Politiker beschwerten sich über die ihrer Meinung nach zu positive und unkritische Darstellung der Beziehung der beiden.

Kika wiegelte die Kritik ab und gestand einen Fehler ein: Diaas Altersangabe sei tatsächlich falsch gewesen. Der Sender hat den Fehler mittlerweile korrigiert.

Doch den Kritikern reichte das nicht. Sie durchsuchten nicht nur das Facebookprofil von Diaa sondern bedrohten auch das Paar.

➨ Mehr zum Thema: Es ist eine Schande, dass der Kika vor den rechten Hetzern einknickt

“Das deutsche Volk islamisieren”

Mehrere Twitter-User machten den Hessischen Rundfunk (HR), der für den Kika-Beitrag verantwortlich war, auf einen islamistischen Facebook-Beitrag des heute 20-Jährigen aufmerksam. Er soll demnach vor zwei Jahren auf Arabisch geschrieben haben:

“Ich werde mit Allahs Hilfe bewirken, dass ich das deutsche Volk islamisieren kann.” (In einer anderen kursierenden Übersetzung heißt es: “Bei Allah, ich werde es so bewerkstelligen, daß die Deutschen konvertieren.”)

Der HR hat den Post auf Twitter bestätigt. Allerdings soll es sich “hierbei um einen Scherz (Diaas) zum Ende des Ramadan” gehandelt haben.

Dem Sender war der Kommentar erst nach Drehschluss und Ausstrahlung bekannt geworden.

Morddrohungen von rechter und islamistischer Seite

In einer weiteren, umfangreicheren Stellungnahme stellt sich der HR hinter Diaa. Er sei kein Salafist. Denn “er würde sich für Salafisten angreifbar machen, wenn er mit einem deutschen Mädchen vor die Kamera treten würde und sagen würde, dass er sie liebt”, schreibt der HR.

Der Sender bestätigt auch, dass Diaa die Facebook-Seite des deutschen Islamisten Pierre Vogel geliked hat – “weil er auf ein Gewinnspiel reagiert hat, bei dem es einen Flug nach Mekka zu gewinnen gab.”

HR verweist auch darauf, dass der Syrer darüber hinaus aber auch etliche andere Seiten geliked hat, darunter auch das Fuldaer Netzwerk gegen Homophobie. 

Klar ist: Sowohl Diaa als auch Malvina sehen sich zunehmenden Hass ausgesetzt. Laut HR hätten die beiden von “rechter als auch von extremistischer islamistischer Seite” Morddrohungen erhalten.

Seit dem Wochenende steht das Paar steht deshalb unter Polizeischutz