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30/12/2017 11:09 CET | Aktualisiert 30/12/2017 14:46 CET

Kein Hartz IV: 60-Jährige arbeitet wieder als Prostituierte

Felicitas Schirow ist Mutter eines neunjährigen Sohnes.

  • Felicitas Schirow, Berlins bekannteste Prostituierte, geht mit 60 Jahren wieder anschaffen
  • Die Mutter sagte der “Bild”, dass ihr das Jobcenter Hartz IV verweigere
  • Video oben: Wie Jobcenter Hartz-IV-Empfänger im Stich lassen

Mit 45 Jahren stieg sie aus – jetzt, mit 60 Jahren, ist sie wieder zurück: Felicitas Schirow, von Medien oft als Berlins bekannteste Prostituierte bezeichnet, sagte der “Bild”, dass sie wieder anschaffen gehe.

Schirow erlangte deutschlandweite Bekanntheit, weil sie sich öffentlich für die Anerkennung von Prostitution als Beruf einsetzte. 

Aber jetzt hat die Mutter eines neunjährigen Sohnes massive Geldsorgen.

Schirow ist pleite - und braucht Hilfe

Sie sagte der “Bild”: “Ich brauche Hilfe! Vielleicht wird es ja was mit einem neuen Job in Kürze. Doch bis dahin muss ich irgendwie überleben, die dringendsten Rechnungen bezahlen.“

Man habe ihr schon das Gas für die Heizung abgedreht.

Deshalb biete sie wieder ihre Dienste an, ab 200 Euro kann man eine Stunde mit ihr buchen. 

Der Hintergrund: 2015 ging Schirows “Café Pssst!”, ein Bordellbetrieb, pleite. 

“Von einem Tag auf den anderen war ich ohne jegliches Einkommen und konnte die elementarsten Dinge des Lebens nicht mehr bezahlen“, sagte sie in einem Interview mit dem “Berliner Kurier”.

Sie habe ihr Haus verkauft, um der Zwangsversteigerung zu entgehen, und ihr Auto verpfändet, um eine Reitlehrerausbildung zu bezahlen. Außerdem habe sie Zimmer ihrer Wohnung vermietet.

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“Ich habe doch einen Sohn und laufende Ausgaben”

Doch die Einnahmen würden nicht reichen und das Jobcenter ihr seit 2016 Hartz IV verweigern.

Sie habe schon den dritten Antrag gestellt, ihre Schulden seien mittlerweile bei 20.000 Euro, sagte Schirow der “Bild”. Die Behörden würden ihr unterstellen, sie hätte Geld, doch das stimme nicht.

Deshalb bleibe ihr kein anderer Ausweg, als sich wieder zu prostituieren: “Ich habe doch einen Sohn und laufende Ausgaben. Und irgend wovon muss ich doch leben.” 

Prostitution sei das Einzige, was sie könne und man verdiene schnell Geld, erzählt die Berlinerin. 

Am liebsten würde Schirow aber eine Reitschule eröffnen – und nicht mit 60 Jahren wieder anschaffen gehen.

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