LIFESTYLE
29/01/2018 17:29 CET | Aktualisiert 30/01/2018 12:18 CET

London: Junge Frau wird belästigt – dann hilft ihr eine Fremde

"Frauen sind großartig!"

  • Eine junge Londonerin ist von einem unbekannten Mann in einer Bar belästigt worden

  • Später erklärte sie auf Twitter, wie eine Fremde sie aus der unangenehmen Situation rettete

  • Im Video oben: Für eine Aktion der HuffPost erzählt Lisa darüber, wie sie sexuell belästigt wurde

Eigentlich wollte Amna Saleem nur ein Buch lesen, während sie in einem Restaurant in London auf ihren Freund wartete. Was ihr dann passierte, erregte die Aufmerksamkeit von tausenden Menschen.

Ein junger Mann kam auf sie zu und sprach sie an. In einem Artikel für das Online-Magazin “Huck” schildert sie den Vorfall noch einmal.

“Als er Anstalten machte, mir das Buch aus der Hand zu reißen, nachdem ich so tat als ob ich ihn nicht gehört hätte, knallte ich das Buch zu und legte es widerwillig auf die Seite.”

“Und dein Freund erlaubt dir nicht, Freunde zu haben?” 

Er bestand darauf, Amna ein Getränk zu kaufen – aber sie lehnte das Angebot mehrfach ab. Der junge Mann ließ nicht locker und versuchte, die Autorin weiter zu überreden. Daraufhin erklärte sie ihm, dass sie auf ihren Freund warte. “Und dein Freund erlaubt dir nicht, Freunde zu haben?” 

Auch nachdem sie mehrfach versuchte, ihm klar zu machen, dass sie an keinem Gespräch interessiert sei, ließ der Mann nicht locker. In ihrem Artikel schreibt sie, dass sie sich zunehmend unwohler fühlte und kurz davor war, laut zu werden.

Zu ihrer Überraschung kam ihr dann eine fremde Frau zur Hilfe.

Amnas “Heldin in Stilettos”

Eine Frau vom Nebentisch kam auf Amna zu und sagte: “Clara? Hi!” und umarmte die Londonerin. Dabei flüsterte sie ihr unauffällig ins Ohr, um sich davon zu überzeugen, dass es Amna gut ging. 

“Er stand dann noch einige Sekunden verlegen neben uns, bevor er ging. Es war eindeutig, dass er nicht wollte, dass jemand sein Verhalten mitbekommt – was bestätigte, dass seine Absichten lüstern waren und er dies auch genau wusste.”

Nach seinem Verschwinden bat Amna ihre “Heldin in Stilettos” noch, sich zu ihr und ihren Freundinnen zu setzen, aber sie lehnte dankend ab. Auf ihrem Weg nach Hause dachte sie dann noch einmal über die Hilfe der Fremden nach und entschloss sich, ihre Geschichte in Kurzform auf Twitter zu teilen.

In weniger als drei Tagen reagierten über eine halbe Millionen Menschen auf ihren Tweet und antworteten tausendfach auf die Geschichte. Viele Frauen waren begeistert von der Hilfe der Fremden und teilten ähnliche Geschichten, in denen sie anderen halfen und in denen auch ihnen geholfen wurde.

Wie kann man anderen in der Situation helfen

Einige Männer fragten Amna auch, ob sie Tipps für Männer hätte, die ebenfalls in ähnlichen Situationen helfen möchten ohne falsche Assoziationen zu erwecken. 

Sie antwortet darauf: “Vor langer Zeit intervenierte einmal ein junger Mann, indem er fragte: ‘Hey, meine Freundin sucht nach dir und wollte wissen, ob du schon fertig bist’. Aber auch ein einfaches ‘Hey! Sorry, dass ich spät dran bin. Alles gut?’ ist gut. Oft macht der Ton die Musik.”

► Aber nicht jeder Mann hat Verständnis für Amnas Kurzgeschichte. Einige Twitter-Nutzer verurteilten Amnas Verhalten.

“Nein” heißt “nein”

Sie hatten viele Fragen an die Britin. Warum sie in der Öffentlichkeit lese, warum sie nicht gleich harscher ihm gegenüber war, warum sie nicht netter reagierte, warum sie nicht einfach Nein gesagt hätte oder warum sie ihm nicht zuerst das Ego gestreichelt habe.

Die Reaktionen der Männer zeigen, dass auch nach der #MeToo-Debatte immer noch Aufklärung nötig ist. Viele scheinen bis heute nicht verstanden haben, dass “Nein” einfach “nein” heißt.

Aber die Geschichte zeigt auch, wie einfach es sein kann, Frauen aus einer unangenehmen Lage wie dieser zu befreien.

Amna schreibt abschließend: “Nein heißt nein. Und übrigens: Wir können Bücher verdammt nochmal überall lesen, wo wir wollen.”

Mehr zum Thema: Hier findet ihr alle Artikel rund um das Thema #MeToo 

(best)