POLITIK
30/01/2018 08:16 CET

Iran: Frauen protestieren gegen Kopftuch-Pflicht

"Ich bewundere diese Frauen."

  • In der iranischen Hauptstadt Teheran haben mehrere junge Frauen gegen die Kopftuchpflicht protestiert
  • Sie nahmen den Schleier auf offener Straße ab – und hielten ihn triumphierend in die Luft

Kurz nach der angeblichen Freilassung einer Anti-Kopftuch-Demonstrantin im Iran haben mindestens sechs weitere Aktivistinnen in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Teheran ähnliche Aktionen durchgeführt.

In sozialen Medien wurden Bilder der sechs Frauen veröffentlicht. Wie die erste Demonstrantin nahmen auch sie ihre Kopftücher ab, hängten sie als Fahne an einem Stock auf und protestierten damit gegen den Kopftuchzwang im Iran.

Nach Angaben von Augenzeugen wurden die sechs zunächst nicht identifizierten Frauen von der Polizei festgenommen.

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Im Iran müssen alle Frauen und Mädchen ab einem Alter von neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen.

Der Kopftuchzwang ist im Iran zwar seit 40 Jahren Gesetz, genauso lange aber ist die Mehrheit der Frauen dagegen.

Auch Gläubige unterstützen den Protest

Den Anti-Kopftuch-Demonstrantinnen drohen mehrwöchige Gefängnisstrafen. Nach Angaben von Frauenaktivistinnen in Teheran wollen die Frauen nur das tun, was die Regierung als das legitime Bürgerrecht bezeichnet hatte: Friedlich gegen staatliche Maßnahmen protestieren, die ihnen nicht gefallen.  

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Auf Twitter wurden die Aktionen gegen den Kopftuchzwang auch von iranischen Frauen unterstützt, die gläubig sind und einen Schleier tragen.

“Ich trage den Schleier freiwillig und glaube auch daran (...), genauso aber bewundere ich die Frauen, die nun mutig gegen das obligatorische Kopftuch protestieren”, twitterte Zahra Safyari.

Weder bei der Ausübung einer Religion noch bei deren Vorschriften sollte es irgendwelche Zwänge geben, schrieb die Muslimin weiter.