POLITIK
12/01/2018 08:34 CET

Mexikos Ex-Präsident ätzt nach "Drecksloch"-Aussage gegen Trump

Auch in der eigenen Partei schlägt der Äußerung hohe Wellen.

ullstein bild via Getty Images
  • US-Präsident Donald Trump soll Länder wie Haiti und einige afrikanische Staaten “Dreckslöcher” genannt haben
  • Die Äußerung schlägt hohe Wellen, auch im Nachbarland Mexiko

Mexikos Ex-Präsident Vicente Fox Quesada wirft den Dreck zurück, den Donald Trump am Donnerstag in die Luft geschleudert hatte.

Der US-Präsident Donald Trump soll laut Insidern einige Herkunftsländer von Einwanderern als “Dreckslöcher” bezeichnet haben. Auf Twitter polterte Fox nun Quesada in Richtung Trumps: 

Dein Mund ist das schlimmste Drecksloch der Welt. Mit welcher Autorität verkündest du, wer in Amerika willkommen ist und wer nicht? Amerikas Größe beruht auf Vielfalt oder hast du deinen Migrationshintergrund vergessen, Donald?”

Spaltet Trump die Partei?

Tatsächlich wanderte Trumps Großvater im 19. Jahrhundert aus Deutschland in die USA aus – ohne Genehmigung.

Die Äußerung schlägt aber auch in den USA hohe Wellen. So nannte die republikanische Kongressabgeordnete Mia Love, Tochter haitianischer Einwanderer, das Zitat in einem Tweet “spaltend” und einen Schlag gegen die Werte des Landes.

Sie forderte Trump auf, sich beim amerikanischen Volk und bei den betroffenen Ländern zu entschuldigen.

“Schamloser Verrat amerikanischer Werte”

Auch andere Republikaner und Demokraten reagierten auf Trumps Worte empört.

Der Zeitung “USA Today” zufolge forderte der republikanische Senator Orrin Hatch aus Utah eine detaillierte Erklärung der Äußerung. Zugleich betonte er, Immigranten – aus welchem Land auch immer – machten die USA “besonders”.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal bezeichnete Trumps Worte auf Twitter als “unverhohlenen Rassismus” und “schamlosen Verrat amerikanischer Werte”.

“Drecksloch-Länder”

Laut der “Washington Post” hatte Trump am Donnerstag mit Senatoren über den Schutzstatus bestimmter Einwanderer aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern gesprochen.

Dabei sei ihm der Kragen geplatzt. Der Präsident habe sich enttäuscht über manche Vorschläge der Anwesenden gezeigt. Er fragte: “Warum kommen all diese Leute aus Drecksloch-Ländern hierher?” 

Die Zeitung beruft sich auf zwei nicht näher beschriebene Personen, die über das Treffen unterrichtet worden seien. Das Weiße Haus bestritt die Trump zugeschriebenen Äußerungen nicht.

Trump habe vorgeschlagen, mehr Menschen aus Ländern wie Norwegen aufzunehmen, schreibt das Blatt weiter. Er hatte sich am Tag zuvor mit der norwegischen Ministerpräsidentin Erna Solberg getroffen.

(Mit Material von dpa)