POLITIK
06/02/2018 12:59 CET | Aktualisiert 06/02/2018 13:09 CET

"Ich hasse den Fi****": Trump-Mitarbeiter ätzen gegen den US-Präsidenten

"Er ist keineswegs ein dummer Kerl, aber er war eine Nervensäge und dickköpfig."

Alex Wong via Getty Images
US-Präsident Donald Trump ist kein rundum beliebter Chef. 
  • Im Presseteam von US-Präsident Donald Trump soll es brodeln
  • Ein US-Magazin hat private Nachrichten veröffentlicht, die zeigen, wie groß die Kluft zwischen Mitarbeitern und dem US-Präsidenten ist 

Das Weiße Haus scheint voll von Opportunisten.

Mehrere US-Medien haben enthüllt, was Mitarbeiter des US-Präsidenten in der Vergangenheit über Donald Trump dachten – und teilweise noch heute denken.

Mit teilweise deftigen Kommentaren sollen sie während der US-Wahl gegen Trump geätzt haben, nur um nach dessen Sieg trotzdem für ihn zu arbeiten. 

Dem US-Magazin “New York Mag” liegen private Nachrichten vor, die offenbaren, welche Intrigen wohl noch immer hinter den Kulissen des Weißen Hauses ablaufen – insbesondere in Trumps Presseteam.

Freude über schlechte PR

Aus dem Leak geht hervor, dass mehrere Mitarbeiter, die für den “Außenseiter-Präsidenten” arbeiten, ihn in Wahrheit verachten. 

 ► Bevor der Republikaner Raj Shah Teil des Presseteams des Weißen Hauses wurde, soll er Trump laut “New York Mag” “bedauernswert” genannt haben. Shah arbeitete während der US-Wahl 2016 beim Republican National Committee (RNC), dem landesweiten Organisationsgremium der Republikanischen Partei. 

► Shah soll sich in diesem Zusammenhang sogar über die Enthüllung von Trumps sexistischer “Grab them by the pussy”-Aussage unmittelbar vor der Wahl gefreut haben. Er hoffte, sie würde Trump schaden. 

Der Hintergrund: Während seines hitzig geführten Wahlkampfes hatte sich Trump nicht nur gegen seine politischen Gegner aus der demokratischen Partei, sondern auch gegen etablierte Republikaner gestellt.

Innerhalb des RNC sorgte Trumps Vorgehen des Öfteren für Kopfschütteln. 

“Ich hasse den Ficker” 

► Ein Ex-Mitarbeiter Trumps soll zudem gesagt haben: “Heilige Scheiße, etliche Leute im West Wing (dem Gebäudeflügel, in dem der US-Präsident sein Büro hat, Anm. d. Red.) hassen ihn.” 

► Viele Mitarbeiter würden erklären, sie dienen ihrem Land. “Das ist ein Code für ‘Ich hasse den Ficker’”, erklärt die von “New York Mag” zitierte Quelle.   

► Der ehemalige Berater ergänzt: “Wir alle hielten ihn (Trump, Anm. d. Red.) für einen Idioten. Er ist keineswegs ein dummer Kerl, aber er war eine Nervensäge und dickköpfig.”

Trumps Kommunikationsdirektorin Hope Hicks spielte die Leaks gegenüber dem “New York Mag” herunter. Es sei womöglich der Versuch die Integrität des “begabten und intelligenten” Raj zu untergraben.  

“Leeres Gefäß” vs. “konsequentester Führer unserer Zeit”

Dabei ist der Fall von Shah ist keine Ausnahme.

Wie am Montag bekannt wurde, hat auch Scott Pruitt, der Leiter der US-Umweltschutzbehörde EPA, Trump in der Vergangenheit mehrmals scharf kritisiert.

► In einem Interview mit einem lokalen Radiosender im Februar 2016 bezeichnete Pruitt den heutigen US-Präsidenten in Bezug zur Verfassung und zur Rechtsstaatlichkeit als “leeres Gefäß”. Das berichtete der US-Sender CNN.

Es ist damit das zweite Mal, das Pruitt Trump im Jahr 2016 als Feind der Verfassung darstellte.

Als CNN den EPA-Chef mit den alten Statements konfrontierte, ruderte der zurück. “Nachdem wir (...) nun die Ehre haben, für ihn zu arbeiten, ist es völlig klar, dass Präsident Trump der konsequenteste Führer unserer Zeit ist.”

Pruitt fügte hinzu: “Niemand hat mehr getan, um die Rechtsstaatlichkeit voranzubringen, als Präsident Trump. Der Präsident hat unser Land von der politischen Klasse befreit und Amerika dem Volk zurückgegeben.”

Mehr zum Thema: Wie Trump mit seiner Rede zur Lage der Nation den Rechtsstaat bedroht

Fliegende Wechsel im Presseteam

Die derzeitigen Vorfälle zeigen zweierlei:

► Einerseits existieren noch immer tiefer gehende Konflikte im Weißen Haus.  

► Allerdings ist der Konflikt im West Wing im Vergleich zur Zeit kurz nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 weniger heftig.

Gerade in den ersten Monaten brodelte es zwischen gestandenen Republikanern um Trumps damaligen Stabschef und Ex-RNC-Chef Reince Priebus (der aus dem RNC 46 Mitarbeiter mitbrachte) und den Ultranationalisten um den damaligen Berater Steve Bannon.

Mehr zum Thema: Es rumpelt in Trumps Kiste: Machtkampf im Weißen Haus

Doch beide hat der US-Präsident mittlerweile gefeuert.

Allerdings glauben wohl viele Angestellte, dass Trump selbst das Problem ist. Und auch in seiner Presseabteilung sollen die Konflikte noch immer schwelen, berichtet das “New York Magazine”. 

Das zeigt sich auch an der hohen Mitarbeiterfluktuation. Denn innerhalb eines Jahres hatte Trump zwei verschiedene Presssprecher und drei Kommunikationsdirektoren.

So bleibt auch offen, wie lange Raj Shah noch zu Trumps Mitarbeitern gehört. 

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(jg)