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13/01/2018 22:37 CET | Aktualisiert 13/01/2018 22:39 CET

Nach Rassismus-Eklat: H&M-Filialen in Südafrika werden von Vandalen verwüstet

Ein ganz falscher Weg, seiner Wut Ausdruck zu verleihen.

Screenshot/Twitter
Bild einer zerstörten H&M-Filiale auf Twitter
  • Das schwedische Bekleidungsunternehmen H&M hat unter der Woche mit einer rassistischen Werbung für Empörung gesorgt
  • In Südafrika hat sich diese Wut jetzt in Vandalismus entladen

Das Bild, das den ganzen Ärger auslöst, sieht zunächst harmlos aus. 

Ein Screenshot aus dem Online-Shop von H&M, der schwedischen Textilkette. Es geht um den Pullover, der darauf abgebildet ist. Und den Jungen, der ihn trägt. 

Der hat eine schwarze Hautfarbe. Und auf dem Pullover steht: “Coolest Monkey in the Jungle” – “der coolste Affe im Jungle”. Das rassistisch anmutende Bild löste in sozialen Medien Empörung aus und wurde heftig kritisiert.

In Südfarika ist diese Kritik aus dem Ruder gelaufen. Wie Aufnahmen auf Twitter und der Videoplattform Liveleak zeigen, wurden in und um Johannesburg ganze H&M-Filialen verwüstet. 

Blinde Zerstörungswut

Bilder und Videos zeigen, wie Männer Produkte von Tischen schmeißen und Regale umwerfen. Die Vandalen zerstören mutwillig das Inventar der Läden. 

► Verantwortlich für die Zerstörung ist laut eigenem Bekenntnis die radikal-sozialistische Partei Economic Freedom Fighters (EFF).

Floyd Shivambu, ein Mitglied des südafrikanischen Parlaments aus den Reihen der EFF, twitterte Fotos aus einem verwüsteten H&M und schrieb dazu: “Dieses unsinnig Bekleidungsgeschäft erfährt nun die Konsequenzen für seinen Rassismus. Alle rational denkenden Menschen sollten der Meinung sein, dass diese Läden nicht mehr in Südafrika operieren dürfen.” 

Der Anführer der EFF, Julius Malema, verteidigte die Zerstörungswut seiner Anhänger laut BBC: “Wir werden uns nicht für das entschuldigen, was unsere Kämpfer heute getan haben.”

Polizei vertreibt Vandalen mit Gummigeschossen

Gegen diese musste zuvor die südafrikanische Polizisten vorgehen.Wie diese auf Twitter mitteilte, seien ihr mehrere Vorfälle in H&M-Filialen gemeldet worden. In der East Rand Mall hätten Einsatzkräfte eingegriffen und eine Gruppe Protestler mit Gummigeschossen vertrieben. 

Auch H&M hat sich mittlerweile zu den Attacken auf seine Filialen geäußert. Die Läden in den betroffenen Regionen Südafrikas sollen demnach zum Schutz des Personals zunächst geschlossen bleiben. 

► Die Kette betonte noch einmal, dass sie Rassismus in jeder Form ablehne. Schon am 9. Januar hatte sie sich für ihre empörende und rassistisch wirkende Werbung entschuldigt. 

Mehr zum Thema: Der unbequeme Zusammenhang zwischen H&M und Flüchtlingen