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14/07/2014 19:19 CEST | Aktualisiert 14/07/2014 23:41 CEST

Hört Löw nach dem WM-Sieg auf? DFB-Boss Niersbach glaubt nicht daran

dpa
Bleibt Jogi Löw Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft?

Jogi Löw hat den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Er ist im Trainer-Olymp angekommen. Die Weltpresse feiert ihn und sein Team - seine Goldjungs.

Die Eroberung des WM-Pokals schrieb Löw vor allem der in mehr als 100 Länderspielen gestählten Generation um Lahm, Schweinsteiger, den ewigen Torjäger Miroslav Klose sowie die den Teamgeist lebenden Per Mertesacker und Lukas Podolski zu.

"Wir haben vor dem Spiel gesagt: Ihr müsst heute so viel geben wie noch nie in eurer Karriere. Dann werdet ihr das erreichen, was ihr noch nie hattet, nämlich diesen Pokal mit nach Hause zu nehmen", verriet Löw aus der Kabine: "Wir wussten genau, dass Champions irgendwann diesen letzten Schritt machen, die Sache zu Ende bringen. Wir haben immer daran geglaubt."

Vielen glauben jetzt auch an eine weitere goldene Zukunft - mit weiteren Titeln. Aber wird auch Löw mit von der Partie sein. Die vier offenen Fragen im Überblick:

1. Was sagt Löw selbst zu seiner Zukunft?

Löw selbst legte im ARD-Interview mit Gerhard Delling nach dem Spiel kein klares Bekenntnis zum Weitermachen ab, auch wenn sein Vertrag bis 2016.

2. Was sagt das Team? Was sagen Vertraute?

"Für den deutschen Fußball wäre es gut, weiterzumachen", sagte stellvertretend für das Team Toni Kroos zu Löws Zukunft: "Sich zu steigern, wird allerdings schwer."

Manager Oliver Bierhoff hatte eindeutig die Fortsetzung seiner eigenen Arbeit bis 2016 bestätigt. "Und wie ich Jogi die letzten Tage und Wochen gesehen habe, gehe ich auch bei ihm davon aus", sagte Bierhoff.

Assistenzcoach Hansi Flick, einer von Löws engsten Vertrauten, der nach Brasilien auf den Stuhl des DFB-Sportdirektors wechselt, geht ebenfalls von einer Fortsetzung der inzwischen achtjährigen Ära von Löw aus: "Ich hoffe es doch, absolut." Anzeichen für eine andere Entscheidung seines Noch-Chefs habe es nicht gegeben: "Nein, null."

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach setzt auch voll auf Löw. "Wir sind ganz klar ausgerichtet auf September, da gehen die Länderspiele wieder los. Ich sehe überhaupt keinen anderen Bundestrainer da auf der Bank sitzen als Joachim Löw", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes am Montag in einem ARD-Interview und betonte: "Wir wissen, was wir aneinander haben. Die Richtung ist ganz klar die EM 2016 in Frankreich."

Auch Ex-Nationalspieler Markus Babbel wünscht sich eine Fortsetzung der Ära Löw. "Jogi muss bleiben. Er ist überragend", sagte Babbel im WM-Talk bei "bild.de".

3. Doch gibt es für Löw überhaupt noch die Möglichkeit einer Steigerung?

"Weltmeister zu werden im Maracanã, als erste europäische Mannschaft auf einem amerikanischen Kontinent zu gewinnen. Mehr geht nicht", sagte sogar Niersbach. Europameister 2016? Confed-Cup-Sieger 2017? Eine weitere WM 2018 in Russland? Können das nach einer Phase der inneren Einkehr neue Ziele für den kaum berechenbaren Löw sein?

4. Was sollte Löw bei seiner Entscheidung beherzigen?

Die Generation um Lahm ist gekrönt, zugleich funkelt die Zukunft weiter golden. Das hob Löw selbst hervor im Moment des Triumphes: "Wir haben Götze, Özil, Marco Reus, der nicht dabei war, Gündogan, Khedira, Schürrle, Kroos, das sind alles junge Spieler. Die können in ihrer Karriere noch Einiges bewegen." Die Zeit bis zum fünften WM-Stern muss nicht wieder 24 Jahre betragen.

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