POLITIK
15/02/2018 12:32 CET | Aktualisiert 15/02/2018 17:17 CET

Berlin: Hartz-IV-Empfänger baut Cannabis im Kinderzimmer seiner Tochter an

“Die Stromrechnung war sicher auch exorbitant"

  • Ein 37-jähriger Berliner baute in seiner Wohnung Cannabis an – bis seine Exfrau die Plantage entdeckte
  • Jetzt muss sich der Hobbygärtner vor Gericht verantworten
  • Oben im Video: Berlin will Cannabis legalisieren – doch eine Partei will es nicht einsehen

Seine Exfrau zog mit der gemeinsam Tochter aus, da verwandelte Klaus R. aus Berlin das Kinderzimmer kurzerhand in eine Cannabis-Plantage.

Am vergangenen Dienstag musste er sich deshalb vor dem Landgericht verantworten. 

“Biste Selbstversorger, musste nicht auf der Straße kaufen”

Wie die “Berliner Zeitung” (BZ) berichtet, habe ihm vergangenes Jahr ein Unbekannter die nötigen Utensilien auf einem Trödelmarkt verkauft: Ventilatoren, Halogenlampen, Tauchpumpe, Regentonne, ein Zelt und ein Tütchen mit Samen.

Der 37-jährige Hartz-IV-Empfänger habe laut der “BZ” kurzerhand gedacht: “Biste Selbstversorger, musste nicht auf der Straße kaufen.“

Mehr zum Thema: Düsseldorf: Dieser Mann will Deutschlands erster Cannabis-Großunternehmer werden

Für den Gärtnerspaß blätterte er deshalb 150 Euro, eine gebrauchte Playstation 4 und fünfzig Euro für Samen und Erde hin.

Gut ausgerüstet begann er also sein Experiment. 

“Ich hatte keine Ahnung davon. Aber ein schlaues Handbuch”, erzählt er laut der “BZ”. 

Das reichte offenbar aus, um 67 grüne Pflanzen gedeihen zu lassen, die nach vier Monaten bereits über einen Meter hoch waren. 

Seine Ex-Frau bemerkte die Plantage

Damit wurden sie wohl immer schwieriger zu verstecken. Kein Wunder, dass die kleine Plantage des Berliners aufflog – entdeckt von seiner Ex-Frau. Die bemerkte den grünen Dschungel während eines Skype-Telefonats zwischen Tochter und Vater. 

Im Bildhintergrund seien ihr die Cannabis-Pflanzen aufgefallen, so “BZ”. 

Am 5. November vergangenen Jahres wurden daraufhin 2155 Gramm Marihuana von dem Hobbygärtner beschlagnahmt. 

Im Prozess am vergangenen Dienstag zeigte er laut “BZ” Reue. “War eine ganz blöde Idee”, soll er dem Richter gesagt haben. 

Der Prozess wird am 5. März fortgesetzt

Dieser wunderte sich dabei wohl, wie sich der 37-jährigen Hartz-IV-Empfänger seine Plantage leisten konnte.

“Die Stromrechnung war sicher auch exorbitant?“, wollte er laut “BZ” vom Angeklagten wissen. “Mit Hartz IV kaum zu stemmen. War der Anbau wirklich nur für den Eigenkonsum? Ihre Ex will bei Ihnen viel Geld und teure Kleidung gesehen haben?“

Mehr zum Thema: 9-jähriges Mädchen steht vor der Tür einer Cannabis-Apotheke – und macht das Geschäft ihres Lebens

“Die spinnt viel, wenn der Tag lang ist. Sie ist eifersüchtig auf meine neue Freundin”, habe sich der Berliner verteidigt. 

Wie es mit ihm jetzt weitergeht, wird sich wohl in den kommenden Monaten entscheiden. Laut der “BZ” wird der Prozess am 5. März fortgesetzt.

(tb)