POLITIK
11/01/2018 11:33 CET | Aktualisiert 11/01/2018 14:09 CET

Jede dritte alleinerziehende Mutter ist von Hartz-IV abhängig

“Wenn die Kita am späten Nachmittag schließt, hängen wir viele Alleinerziehende von diesen Berufen ab.”

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Noch immer sind in Deutschland 37 Prozent der Ein-Eltern-Familien von Hartz IV abhängig.
  • 2016 waren bundesweit weniger Alleinerziehende auf Hartz-IV angewiesen

  • Dennoch: Fast jede dritte Ein-Eltern-Familie benötigt staatliche Transferleistungen

In zwei Bundesländern ist die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter, die auf Hartz IV angewiesen sind, 2016 leicht zurückgegangen. Das gab die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit diese Woche bekannt.

Demnach waren in Thüringen 34,3 Prozent aller Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind auf Hartz IV angewiesen - 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Und auch in Sachsen-Anhalt zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Dort gab es 2016 im Schnitt rund 25.600 Alleinerziehende, die auf Hartz-IV angewiesen waren.

Kein Grund zum Feiern für Alleinerziehende

Mit 45,5 Prozent sind das zwar 5,8 Prozent weniger als noch 2015, aber dennoch landet Sachsen-Anhalt damit bundesweit auf dem vorletzten Platz - knapp vor Bremen.

Dort lag die Zahl der auf auf Hartz IV angewiesenen Alleinerziehenden bei 53,2 Prozent, also jeder zweite.

Aber Vorsicht: Ein Grund zum Feiern sind die neuen Prozentwerte der Bundesagentur für Arbeit also nicht. Noch immer sind in Deutschland 37 Prozent der Ein-Eltern-Familien von Hartz IV abhängig. Besonders Mütter sind davon betroffen. 

Das weiß auch der Regionaldirektionsleiter von Sachsen-Anhalt, Kay Senius. Er forderte die Rahmenbedingungen für Alleinerziehende in Deutschland weiter zu verbessern. Das berichtete die Onlinezeitung “Volksstimme”.

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Oft arbeiten diese in Berufen, die sehr stark von Schichtsystemen geprägt sind. Senius warnt daher eindringlich: “Wenn die Kita am späten Nachmittag schließt, hängen wir viele Alleinerziehende von diesen Berufen ab.”

Der Verlust eines regelmäßigen Einkommens wäre eine der Konsequenzen. Und genau das ist es, was es zu vermeiden gilt. Denn bereits jetzt sind in Deutschland 1,8 Millionen Kinder von Armut bedroht. Ein neuer Höchstwert, den es um jeden Preis zu senken gilt.

(tb)

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