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13/02/2018 16:01 CET | Aktualisiert 13/02/2018 17:09 CET

Grippe und Erkältung: Wie ihr euch vor einer Infektion schützen könnt

Medikamente sind hier nicht unbedingt der richtige Weg.

  • Nicht Medikamente schützen am besten vor Erkältung, sondern das richtige Verhalten 
  • Ein kleiner NDR-Test zeigt jedoch: Apotheker versuchen trotzdem Präparate zu verkaufen 
  • Im Video oben erklärt eine Allgemeinmedizinerin, wie ihr den Unterschied von Allergie, Erkältung und Grippe erkennt

Fieber, trockener Husten, Kopfschmerzen und starkes Krankheitsgefühl: Unter den Menschen in Deutschland breitet sich derzeit vermehrt die Grippe aus. Anfang Februar wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin bislang 15.188 labordiagnostisch bestätigte Fälle gemeldet, wie aus dem aktuellen Wochenbericht des Instituts hervorgeht.

► Damit wurde mit Abstand der höchste Wert pro Woche seit Beginn der Grippewelle im Dezember registriert. In zwölf Prozent der Fälle waren Patienten im Krankenhaus. Laut Bericht wurden auch mehrere Ausbrüche in Schulen und Kindergärten gemeldet.

Die Zahl der Arztbesuche, die der Influenza zugeschrieben werden, liege bislang unter dem Niveau der schweren Grippewelle 2016/17, erklärte Grippe-Expertin Silke Buda vom RKI. Zur Schwere der aktuellen Grippe-Welle insgesamt gab es allerdings noch keine Angaben – diese bewertet das Institut immer erst nach Saisonende.

Wie ihr euch vor einer Krankheit schützen könnt

Wer sich nun schützen will, sollte sich den Gang zur Apotheke noch einmal überlegen. Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazins Markt im Norddeutschen Rundfunk hat im November zehn Apotheken besucht. Neun Apotheker haben Präparate zum Erkältungsschutz und zur Immunsystem-Stärkung empfohlen.

Aber das ist laut Allgemeinmediziner Martin Scherer der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf nicht der beste Weg, sich zu schützen.

► “Bei einer Erkältung habe ich es mit einer Vielzahl von Viren zu tun”, sagte er laut NDR. “Hier das Immunsystem unspezifisch stimulieren zu wollen, ist nicht sinnvoll.”

Es gebe auch keine belastbaren Wirkungsbelege für Produkte, die unspezifisch das Immunsystem aktivieren sollen. Das gilt auch für Vitamin-C-Tabletten.

Viel wichtiger ist es laut Experten, sein Verhalten dem Infektionsrisiko anzupassen. Das riet immerhin auch eine Apotheke in der NDR-Stichprobe.

 

Sieben Tipps zum Schutz vor Erkältungen und anderen Infektionskrankheiten

1. Wascht eure Hände häufiger – nicht nur nach der Toilette.

Denn wir greifen uns häufiger ins Gesicht, als wir selbst es wahrnehmen und können uns so mit Viren und Bakterien anstecken.

► Beim Waschen reichen aber oft schon Seife und lauwarmes Wasser, jedoch dann mindestens 20 Sekunden lang.

2. Säubert auch Türklinken und andere Gegenstände, die ihr regelmäßig anfasst.

Denkt dabei auch an Computer-Tastaturen und PC-Mäuse, damit sich dort Bakterien und Viren nicht sammeln können.

► Auch eine Desinfektion kann sinnvoll sein.

3. Niest nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge.

Und nutzt Papiertaschentücher. In den Stofftüchern sammeln sich schnell Viren – und ihr steckt euch selbst immer wieder an.

4. Meidet Körperkontakt.

► Umarmen, küssen und selbst Händeschütteln reichen, um sich anzustecken. Manche Ärzte grüßen daher auch nur mündlich.

5. Meidet Menschenmassen.

Das Ansteckungsrisiko ist natürlich höher, wenn ihr euch mit mehr Menschen umgebt.

Wer Ansammlungen meidet, meidet Kranke. Andererseits ist das rund um Fasching gar nicht so leicht.

6. Lüftet regelmäßig.

Das kann gegen Viren und gegen die trockene Heizungsluft helfen.

► Gerade das Heizen kann die Schleimhäute austrocknen und sie anfällig für Krankheiten machen.

7. Stärkt euer Immunsystem.

Eine ausgewogene Ernährung mit mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag und einer gesunden Lebensweise mit Bewegung an der frischen Luft sind eben auch im Winter wichtig. 

(ll)