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Glaubwürdigkeit von Informationen im Handel in Deutschland 2018

08/02/2018 13:56 CET | Aktualisiert 08/02/2018 13:56 CET

Im Zeitalter der digitalen Transformation haben sich die Zugänge für Informationen deutlich geändert. Man ist nur einen Klick von den zahlreichen Informationsquellen entfernt, die uns das Internet bietet. Mit der Digitalisierung und den endlosen Möglichkeiten Informationen zu suchen, gehen aber auch Zweifel der Glaubwürdigkeit einher. Wie sehr vertrauen deutsche Bürger dem Internet im Gegensatz zu den gängigen Medien?

Zu den gängigen Medien zählen unter anderem Fernsehen, Radio oder auch Printmedien. Auch zwischen diesen Formaten schwankt das Vertrauen der deutschen Bürger drastisch. Laut einerStudie des WDR werden die Medien in Deutschland im Generellen als glaubwürdig bezeichnet, doch ist das Vertrauen in den Medien in den letzten Jahren drastisch gesunken.

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Die deutschen Bürger vertrauen am meisten in öffentlich-rechtliches Radio, öffentlich-rechtliches Fernsehen und den Tageszeitungen. Dies liegt der Ursache zugrunde, dass private Fernsehkanäle und Radios, nicht vom Staat gelenkt werden und somit jene Informationen schalten können, welche den Produzenten am meisten Geld erwirtschaften. Doch wird das private Radio noch vor dem Internet eingestuft und das private Fernsehen ist mit gleich viel Prozent versehen wie das digitale Netzwerk, was die Glaubwürdigkeit von Informationsquellen in Deutschland anbelangt.

Das Internet, vor allem die sozialen Netzwerke wie beispielsweise Facebook oder Twitter sind als wenig glaubwürdig eingestuft. Doch wieso zweifeln deutsche Bürger an der Glaubhaftigkeit des digitalen Netzwerks?

Eine mögliche Antwort könnte sein, dass jeder Benutzer des Internets seine Meinung im digitalen Netz veröffentlichen kann und somit gute und professionelle Beiträge von den Boulevard Artikeln verdrängt werden. Zudem bietet das Internet eine zu große Auswahl an Informationsquellen an, welche die meisten Benutzer überfordert und sie deshalb zu den gängigen Medien greifen. Vor allem bei 50- bis 69-Jährigen Deutschen wirkt das Internet meist noch sehr suspekt und ungewohnt. Diese Altersgruppe wird noch weiterhin zu den gängigen Kommunikationskanälen tendieren, bis das digitale Netzwerk zur Gewohnheit wird. Die Internetnutzung der unter 50-Jährigen ist signifikant höher als die der über 50-Jährigen. Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen ist derzeit gemäß der ARD/ZDF Onlinestudie die aktivste Nutzergruppe. Der deutsche Internetnutzer nutzt im Durchschnitt viermal pro Woche das Internet. Die Nutzung des Internet beschränkt sich meist für die Suche nach Informationen, soziale Netzwerke oder Unterhaltung.

Obwohl die sozialen Netzwerke als wenig glaubwürdig (nur 8 % der Befragten) eingestuft werden, stehen sie dennoch im Mittelpunkt des deutschen Users. Millionen Deutsche sind bei Online-Communities wie Facebook, Twitter oder LinkedIn angemeldet. Zudem zählen diese Plattformen zu den meist aufgerufenen Websites weltweit. Das Grundprinzip ist bei allensozialen Netzwerken ähnlich: Der Nutzer legt ein persönliches Profil, welches einem virtuellen Tagebuch ähnelt. Jedes Profil kann Namen, einem Foto und weiteren Informationen über sich selbst angelegt werden. Nachdem das Profil vollständig bearbeitet wurde, kann der User andere Mitglieder suchen und sich mit ihnen vernetzen. Dies sorgt für einen interaktiven Austausch, welcher ohne diese Plattformen nicht zustande gekommen wäre. Dieser Austausch ist auch einer der Hauptgründe, warum Facebook weltweit genutzt wird und das größte Online-Netzwerk der Welt ist. DasWachstum der sozialen Medien besitzt auch auf das Online-Marketing der Unternehmen großen Einfluss. Fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland nutzen Social Media für die externe Unternehmenskommunikation wie Werbung, Öffentlichkeitsarbeit oder auch Recruiting. Beim Social Media Marketing steht speziell die Interaktion mit dem Kunden im Vordergrund. Doch ob diese Interaktion den gewünschten Effekt erbringt ist fraglich, da nur 8 Prozent der Befragten soziale Netzwerke als vertrauenswürdig einschätzt.

Doch steigt die Anzahl der Internet-User immer weiter an. Fast in jedem deutschen Haushalt gibt es ein mobiles Gerät, welches Zugang zum digitalen Netz ermöglicht. Im Jahr 2017 besitzen ca. 80 % der Deutschen ein Smartphone. Durch diemobile Internetnutzung wächst auch die Anzahl derer, die es bevorzugen sich online über Produkte zu informieren, bevor ein Kauf abgeschlossen wird. Über 70 % der Smartphone-Besitzer nutzen ihr Mobilfunkgerät während sie sich in einem Geschäft befinden. So wird noch im örtlichen Elektronik Store ein Hardwarevergleichsportal durchforstet, bevor ein neuer Computer gekauft wird. Plattformen wie beispielsweise Zalando oder auch Amazon werden von deutschen Bürgern regelmäßig genutzt. Durch das einfache Bestellen von zuhause aus, werden solche Internetseiten im Gegensatz zu lokalen Geschäften bevorzugt. Dies gefährdet allerdings die Existenz lokaler Kleinunternehmen, die mit dieser starken Konkurrenz meist nicht mithalten können.

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Somit sind nicht allePlattformen im Internet als wenig vertrauenswürdig eingestuft. Produktvergleichsportale werden auch in Online-Magazinen von den deutschen Bürgern als glaubwürdig angesehen.

Um das Internet glaubwürdiger zu gestalten, können Unternehmen an ihrem Webdesign arbeiten, damit die Seite mehr Vertrauen gewinnt. Denn auch eigene Webseiten von Unternehmen wurden von den deutschen Bürgern nur mit 18.4 % als vertrauenswürdig eingeschätzt. Dieses Ergebnis hat die Folge, dass das Unternehmen potentielle Kunden verlieren könnte. Deswegen ist es an der Zeit, dass effektive Online-Marketinginstrumente angewendet werden, die als unterstützende Kraft wirken. Denn mit einem sehr guten Online-Marketing könnte man diesem Trend der Glaubwürdigkeit entgegenwirken und das Vertrauen der Kunden wieder für sich gewinnen.

In deutschen Unternehmen wird sich zunächst auf Email-Marketing und Facebook-Marketing konzentriert. Doch gibt es zahlreiche Methoden, die ein effektiveres Ergebnis erzielen würden. Content-Marketing wird nur von 34.8% der deutschen Handelsunternehmen in die Marketingaktivität eingebunden. Doch kann dieses Instrument hinsichtlich der Kundenakquisition – und Gewinnung Glaubwürdigkeit schaffen. Auch die Suchmaschinenoptimierung wird nur von der Hälfte der deutschen Unternehmen genutzt, welche aber essentiell für ein effektives Online-Marketing ist.

Deutsche Handelsunternehmen sollten einen Schritt Richtung Digitalisierung wagen, damit das Internet vertrauenswürdiger gestaltet wird. Denn der Trend der digitalen Transformation wird immer weiter steigen, somit ist es von Nöten, diesen Trend wahrzunehmen und dementsprechend umzusetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.