POLITIK
19/01/2018 13:09 CET | Aktualisiert 19/01/2018 13:38 CET

Gericht verurteilt Waffenhändler vom Münchner Amoklauf zu 7 Jahren Haft

Wusste der Händler vom Vorhaben des Amokläufers?

dpa
Die Tatwaffe von David S., eine Pistole vom Typ Glock 17

Das Landgericht München I hat den Mann, der dem Amokläufer von München die Waffe verkauft hat, zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Das ist passiert: 

► Der Schüler David S. hatte im Juli 2016 neun Menschen in München erschossen, anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst. 

► Nun soll der heute 33-jährige Verkäufer der Tatwaffe jahrelang ins Gefängnis.

► Das Gericht hat Philipp K. wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen.

Darum ist es wichtig: 

Philipp K. ist der erste illegale Waffenhändler in Deutschland, der mit dem Verkauf einer Schusswaffe für eine Tat verantwortlich gemacht wird, an der er nicht selbst beteiligt war.

Der 18-jährige Schütze hatte die Pistole vom Typ Glock 17 und Hunderte Schuss Munition bei Händler Philipp K. in Marburg abgeholt.

Über das Darknet, einen verborgenen Teil des Internets, hatten die beiden zusammengefunden. Dort hatte Philipp K. unter einem Decknamen seine Waffen angeboten.

Mehr zum Thema: 7 Fakten über den Amokläufer von München

Was ihr noch wissen müsst: 

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und zwei Monate Haft verlangt. Denn erst durch den Waffendeal sei die Tat am OEZ möglich geworden.

Philipp K. habe wegen der Umstände des Waffenverkaufs davon ausgehen müssen, dass Menschen verletzt oder getötet werden sollen. Die Verteidigung plädierte dagegen für dreieinhalb Jahre Haft wegen Verstößen gegen das Waffengesetz.

Die Angehörigen der Opfer warfen Philipp K. vor, er habe gewusst, was David S. mit der Pistole vorhatte. Die beiden habe eine rechte Gesinnung geeint. Der Angeklagte selbst betonte hingegen im Prozess, er hätte die Waffe nie verkauft, wenn er etwas von den Plänen des Amokläufers geahnt hätte.

(sk)