POLITIK
08/02/2018 19:44 CET | Aktualisiert 08/02/2018 19:58 CET

Gabriel rechnet mit SPD-Führung ab: "Respektloser Umgang"

"Meine Leistung war ihnen herzlich egal."

Stefanie Loos / Reuters
Sigmar Gabriel ist durch mit Martin Schulz.
  • Sigmar Gabriel tritt in einem Interview gegen die SPD-Spitze nach
  • Er beklagt nach seinem Ende als Minister einen “respektlosen” Umgang 

Es begann mit einem Grummeln. Erst wurde am Donnerstagmittag bekannt, dass der scheidende SPD-Außenminister Sigmar Gabriel mehrere Termine abgesagt hat.

Er wird unter anderem seinen wichtigen geplanten Auftritt bei der Münchener Sicherheitskonferenz nicht bestreiten.

Spätestens am Abend wurde klar, wie tief der Zwist zwischen Gabriel und der restlichen Parteiführung um Noch-SPD-Chef Martin Schulz ist.

Gabriel scheint Schulz die Nicht-Nominierung als Minister nicht zu verzeihen.

Gabriel sagte den Zeitungen der “Funke”-Mediengruppe: “Ich habe das Amt des Außenministers gern und in den Augen der Bevölkerung offenbar auch ganz gut und erfolgreich gemacht. Und da ist es ja klar, dass ich bedauere, dass diese öffentliche Wertschätzung meiner Arbeit der neuen SPD-Führung herzlich egal war.“

“Respektloser Umgang”

Er fügte hinzu: “Was bleibt, ist eigentlich nur das Bedauern darüber, wie respektlos bei uns in der SPD der Umgang miteinander geworden ist und wie wenig ein gegebenes Wort noch zählt.“

Gabriel warf der SPD-Spitze indirekt Unehrlichkeit vor: “Ich komme wohl noch zu sehr aus einer analogen Welt, in der man sich nicht immer nur umschleicht, sondern sich einfach mal in die Augen schaut und die Wahrheit sagt. Das ist scheinbar aus der Mode gekommen.“

Er wisse, dass in der Politik auch schon mal mit harten Bandagen gestritten werde. “Aber es sollte mit offenem Visier erfolgen.“ 

Etwas Gutes hat sein Abgang aus dem Regierungskabinett für Gabriel, wie er berichtet. Seine Tochter habe zu ihm gesagt: “Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.”