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18/01/2018 08:38 CET | Aktualisiert 18/01/2018 10:46 CET

Frau auf Rügen vergewaltigt: Polizei greift zu drastischem Mittel

Die Beamten erhoffen sich neue Ermittlungsansätze.

Photo taken by Gerrit Fricke via Getty Images
Ein Wald bei Göhren auf Rügen (Symbolbild)
  • Anfang Mai 2017 hat ein Mann eine Urlauberin auf Rügen vergewaltigt
  • Bis heute konnte der Täter nicht überführt werden – weswegen die Polizei nun hunderte Männer zum Speicheltest bittet

Es ist ein Verbrechen das bis heute nicht aufgeklärt ist. Im Mai 2017 verbrachte eine Leipzigerin ihren Urlaub auf der Ostseeinsel Rügen.

Als sie am 1. Mai gegen 2.15 Uhr nachts den Strand in Göhren verließt, bedrohte plötzlich ein Mann die Frau mit einem Messer. Er zerrte die 56-Jährige in ein nahgelegenes Gebüsch, wo der Täter sie vergewaltigte.

Der Unbekannte flüchtete anschließend in Richtung Strand. Die Frau erlitt verschiedene leichte Verletzungen und wurde zur weiteren Behandlung ins Universitätsklinikum Greifswald gebracht.

Täter sprach Deutsch ohne Dialekt oder Akzent

Das Opfer beschrieb den Täter wie folgt:

► Der Mann soll 20 bis 25 Jahre alt sein, Deutsch ohne Dialekt oder Akzent sprechen, eine schlanke Gestalt haben, 1,75 bis 1,80 Meter groß und dunkelhaarig sein und einen leichten Oberlippenbart getragen haben. Er trug laut Polizei eine dunkle Jacke oder Sweatshirt mit Kapuze und eine dunkle Hose.

Doch bis heute konnte der Täter nicht überführt werden. Zwar konnten Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Anklam fremde DNA-Spuren sicherstellen, die laut Rechtsmedizin eindeutig dem Täter zuzuordnen sind. Doch ein Vergleich mit einer DNA-Datenbank brachte keinen Erfolg. 

Deswegen hat die Polizei nun zu eine ungewöhnlichen wie drastischen Maßnahme gegriffen: In einem freiwilligen Massenspeicheltest überprüft sie seit Mittwoch hunderte Männer. 

Massenspeicheltest mit hunderten Männern

Dazu aufgerufen werden alle Männer, die im Verlauf des Jahres 2017 zwischen 15 und 35 Jahre alt waren und sich in der Zeit vom 30. April bis zum 1. Mai 2017 im Amt Mönchgut-Granitz als Einwohner, auch mit Nebenwohnsitz, als Urlauber, Besucher, Arbeitnehmer oder aus sonstigem Anlass, aufgehalten haben.

Die Polizei geht dabei von etwa 500 Männern aus. Die Beamten betonen in einer Pressemitteilung: “Je mehr Personen sich an der Abgabe der Speichelprobe beteiligen, desto kleiner wird die verbleibende Zahl der möglichen Tatverdächtigen.”

Dadurch könnten sich neue Ermittlungsansätze ergeben und womöglich der Täterkreis verkleinert werden. 

(ujo)