POLITIK
20/01/2018 07:45 CET | Aktualisiert 20/01/2018 12:23 CET

Neue Zahlen zeigen: EU macht mit Türkei-Flüchtlingsdeal ein schlechtes Geschäft

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Alkis Konstantinidis / Reuters
Auf der griechischen Insel Chios hat eine Gemeinde am Strand ein Camp für Flüchtlinge eingerichtet. Das Foto zeigt das Camp im September 2017.

Der Flüchtlingsdeal der EU mit der Türkei funktioniert offenbar nicht wie geplant.

Das ist passiert:

► EU und Türkei haben im Frühjahr 2016 in ihrem Flüchtlingsabkommen vereinbart, dass die Türkei Flüchtlinge zurücknimmt, die von dort illegal auf die griechischen Inseln übergesetzt sind und dort keinen Asylantrag bewilligt bekommen haben. Für jeden Syrer, den die EU in die Türkei zurückschickt, nimmt die EU einen anderen Syrer aus der Türkei auf. Ziel war es, die illegale Einwanderung einzudämmen.

► Nun berichtet die “Bild”-Zeitung am Samstag unter Berufung auf Zahlen der EU-Kommission, dass im vergangenen Jahr 29.439 Migranten illegal auf den griechischen Inseln ankamen, die Türkei aber nur 638 Flüchtlinge zurückgenommen habe. 

► Die EU-Staaten haben dem Bericht nach 8975 Migranten aus der Türkei aufgenommen.

Darum ist es wichtig: 

Zur Nationalität und zum Erfolg der Asylverfahren der Flüchtlinge macht das Blatt keine Angaben.

Die Zahlen legen jedoch den Verdacht nahe, dass das Abkommen sein Ziel - die Verringerung der Zuzugszahlen in die EU - nicht erfüllt.

Was ihr noch wissen müsst:  

Die EU hat sich verpflichtet, der Türkei für die Zusammenarbeit drei Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. So sollen unter anderem die Flüchtlinge in der Türkei besser versorgt werden können. Dem Bericht nach sind inzwischen 1,8 Milliarden Euro überwiesen und die restlichen 1,2 Milliarden vertraglich zugesichert.  

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