POLITIK
01/02/2018 15:37 CET

Kinderkostüm "Flüchtling": ZDF-Moderatorin schimpft über Amazon-Angebot

“Ihr habt doch wohl nicht mehr alle Latten am Zaun.”

Getty / HuffPost
ZDF-Moderatorin Dunja Hayali
  • Dritt-Anbieter vertreiben auf Amazon geschmacklose Flüchtlings-Kostüme für Kinder
  • ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat das Angebot entdeckt – und reagiert verärgert

Februar ist Karneval-Saison. Gerade für Menschen in den Faschingshochburgen, sei es am Rhein oder in Franken, kann es mitunter schwierig sein, ein kreatives Kostüm zu finden. 

Ein Ausweg könnte das Internet sein: Der Online-Versandhändler Amazon bietet eine fast grenzenlose Auswahl an Verkleidungen – was mitunter auch zweifelhafte Angebote einschließt.

Kinder-Kostüm “Flüchtling”

Ein solches hat die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali gefunden: “Kinder-Kostüm ‘Flüchtling – 1./2. Weltkrieg’ für Mädchen und Jungen – Faschingskostüm”.

Hayali schimpft auf Twitter über das Angebot. “Was muss denen fehlen, die das verkaufen?”, fragt sie.

Die Journalistin hat ihrem Beitrag mehrere Verkaufsfotos von Amazon hinzugefügt, die die Kinderkostüme und ihre Beschreibungen zeigen.

► Darunter befinden sich unter anderem Kostüme von “Flüchtlings-/Schulkindern der 1914-1945(er) Jahre” oder eine Verkleidung, die ein geflüchtetes Mädchen im Zweiten Weltkrieg darstellen soll.

“Nicht mehr alle Latten am Zaun”

Die Kostüme werden bereits seit mindestens zwei Jahren auf Amazon angeboten – und von den Kunden scharf kritisiert.

► So schreibt Isabella H. in einer Bewertung, “geschmackloser geht’s wohl nicht mehr!” Für einen anonymen Kunden sind die Kostüme gar “menschenverachtend”.

► Und Jürgen C. schimpft: “Ihr habt doch wohl nicht mehr alle Latten am Zaun.” 

Kostüm wird von Sub-Unternehmen verkauft

Und auch Journalistin Hayali meint: “Für ein Theaterstück – Ok. Aber als Faschingskostüm – unterirdisch!”

Klar ist: Die Verkleidung wird von einem britischen Sub-Unternehmer und nicht von Amazon selbst verkauft. Auch deshalb erinnert der Fall an den Skandal um die Supermarktkette Real im Dezember.

Auf der Onlineverkaufsplattform des Unternehmens hatten Dritte Wehrmachts-Produkte verkauft. Erst nach massiver öffentlicher Kritik hatte Real die Produkte aus seinem Sortiment entfernt. 

(ujo)