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04/01/2018 15:58 CET

Falsche Sex-Studie: Mann erschleicht intime Informationen von 26 Frauen

Er nannte sie auch "Befragung unter jungen Frauen mit großen Brüsten“.

Getty Images
Ein 23-Jähriger gab sich als Student aus, um an Informationen über das Sexualleben von jungen Frauen zu kommen.
  • Ein 23-Jähriger hat mithilfe einer gefälschten Umfrage 26 Frauen zu ihrem Masturbationsverhalten ausgefragt
  • Zwei der Opfer brachte er sogar dazu, ihm Intimbilder zu schicken

Stellt euch vor, ihr habt euren Briefkasten geöffnet und findet darin einen Umschlag. Der Umschlag beinhaltet den Fragenkatalog zu einer Wissenschaftlichen Studie einer renommierten Universität: “Die große Masturbationsumfrage.“

Wärt ihr misstrauisch? Oder würdet ihr mitmachen?

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Falls Ihr euch entscheidet mitzumachen - es ist ja anonym und im Sinne der Wissenschaft, solltet ihr besser vorsichtig sein.

Denn es könnte sich um die Tat eines Betrügers mit perversen Motiven handeln.

Das hat ein Fall in der belgischen Region Flandern gezeigt. Laut der belgischen Tageszeitung “Het Laatste Nieuws“ hat sich ein 23-jähriger Mann als Student an der katholischen Universität Löwen ausgegeben, um an schlüpfrige Bilder junger Frauen und auch zweier Minderjähriger zu kommen.

“Die große Pubertätsumfrage”

Zwischen Dezember 2012 und Mai 2015 führte er eine Umfrage bei jungen Studentinnen durch - angeblich im Rahmen einer Masterarbeit.

Mal nannte er sie “Das Verhalten von frühreifen Mädchen während der Selbstbefriedung“, mal “Die große Pubertätsumfrage“, mal “Befragung unter jungen Frauen mit großen Brüsten.“

Um näher an die Adressatinnen heranzukommen, gab er sich sich im Anschreiben selbst als junge Studentin aus. Mal als Laura Bleyen, mal als Eline Bleyen. Und die Tarnung wirkte: Insgesamt 26 Frauen beantworteten die detaillierten Fragen zu ihrem Masturbationsverhalten.

Zwei minderjährige Studentinnen brachte er so sogar dazu, ihm Nacktbilder und intime Videos zuzuschicken. Alles vermeintlich nur zu Forschungszwecken.

Das ging über Jahre, bis eine Befragte misstrauisch wurde. Sie erkundigte sich an der Universität und fand heraus: Eine solche Umfrage hatte niemals existiert.

Alle Opfer kamen aus dem Bekanntenkreis

Die Universität reichte daraufhin sofort Klage ein. “Der Angeklagte steht in keinerlei Verbindung zur Universität - weder als Student noch als Mitarbeiter“, sagte die stellvertretende Direktorin Chantal Van Audenhove gegenüber der Zeitung.

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Der Betrüger muss sich vor Gericht nun wegen Vertrauensmissbrauch, dem Annehmen einer falschen Identität und sexueller Übergriffe verantworten.

Was die Sache noch schlimmer macht: Nach polizeilicher Sicherstellung Computers stellte sich heraus, dass alle 26 Opfer aus dem Bekanntenkreis des Mannes stammten.

(tb)

 

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