WIRTSCHAFT
31/01/2018 15:53 CET | Aktualisiert 31/01/2018 15:57 CET

Experte: So bekommt ihr den Job trotz fehlender Qualifikationen

“Mach den Job schon, bevor du ihn überhaupt hast.”

  • Laut dem Unternehmer Raghav Haran könnt ihr auch den Job bekommen, für den euch die geforderten Qualifikationen fehlen
  • Ihr müsst nur vier Schritte befolgen
  • Oben im Video: Diese zwei Worte solltet ihr in Gehaltsverhandlungen niemals sagen

Möglichst viele Abschlüsse, jahrelange Berufserfahrung und unzählige Kontakte: Die Anforderungen in Stellenanzeigen können oft sehr hoch sein. Viele Interessenten werden dadurch eingeschüchtert und bewerben sich erst gar nicht.

Doch das ist falsch!

Der Unternehmer Raghav Haran hat schon für mehrere Firmen aus dem Silicon Valley gearbeitet.

► Er ist sich sicher: Auch ein Bewerber ohne die geforderten Qualifikationen kann den Job bekommen. 

Der potenzielle Arbeitgeber will lediglich überzeugt werden. Beweist der Bewerber, dass er einen guten Job machen kann, seien die Qualifikationen eigentlich egal, sagt Haran. Das schreibt die amerikanische Ausgabe der HuffPost.

Haran meint: 

“Wenn du beweisen kannst, dass du ein unternehmensinternes Problem lösen kannst, hebst du dich gleich von den anderen ab. Keines der Dinge auf dem Papier zählt dann überhaupt noch.”

Laut Haran schafft ihr das am besten mithilfe eines Vor-Interview-Projekts. Ein Projekt, wie es in dem gewünschten Job tatsächlich auf euch zukommen könnte. “Mach den Job schon, bevor du ihn überhaupt hast”, motiviert der Unternehmer.

► Das zeigt dem potenziellen Arbeitgeber, dass ihr euch mit der ausgeschriebenen Stelle befasst habt. Außerdem beweist es, dass ihr in der Lage seid, den Job zu erfüllen

Um das zu schaffen, sollen diese vier Schritte des Experten befolgt werden. 

Bewerbt euch nur auf wenige ausgewählte Stellen

Im ersten Schritt solltet ihr euch nur wenige Stellenausschreibungen aussuchen. Haran sagt: 

“Dieser Prozess ist wesentlich aufwendiger, als wenn man den eigenen Lebenslauf ein paar Mal verschickt. Er ist aber auch wesentlich effektiver. Such dir drei bis fünf Jobangebote heraus.”

Bei der Auswahl gilt: Ihr müsst nicht alle Anforderungen aus der Ausschreibung erfüllen. Dennoch solltet ihr folgende Dinge beachten. 

“Es ist in Ordnung, wenn ihr ein paar Jahre unter dem Mindestlevel der geforderten Berufserfahrung liegt. Ihr solltet jedoch nicht zu weit drunter liegen”, erklärt der Unternehmer. Außerdem solltet ihr euch von dem geforderten Bildungsniveau nicht einschüchtern lassen.

► Im Endeffekt zählt nämlich nur eins: “Stellt sicher, dass ihr den Job auch tatsächlich machen könnt. Ihr benötigt bestimmte Fähigkeiten, um bestimmte Ergebnisse zu erzielen”, sagt Haran.

Macht euch eure Aufgaben bewusst

Der zweite Schritt hat mit Recherche zu tun. Haran erklärt: 

“Wenn ihr wisst, was eure Aufgaben sein werden, dann könnt ihr euch besser vorbereiten. Das macht es euch einfacher, ein Vor-Interview-Projekt durchzuführen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.”

Ein Vor-Interview-Projekt pro Unternehmen

In dem dritten Schritt ist laut Haran besonders eine Sache sehr wichtig: Ihr solltet euch niemals mit ein und demselben Projekt bei mehreren Firmen bewerben. Der Unternehmen nennt ein Beispiel aus eigener Erfahrung

“Als ich mich auf eine Stelle als Produktentwickler beworben habe, führte ich im Voraus verschiedene Tests hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit durch. Ich untersuchte unterschiedliche Produkte des Unternehmens, dokumentierte meine Ergebnisse und schickte meine Designvorschläge an das zuständige Team”, berichtet der Unternehmer. 

Haran fasst zusammen: 

“Wenn ihr ein Vor-Interview-Projekt macht, fallt ihr auf, weil es harte Arbeit ist. Die meisten Bewerber geben sich nämlich nicht so viel Mühe.”

Bewirb dich zusammen mit deinem Projekt

Im vierten Schritt müsst ihr eure Bewerbung zusammen mit eurem Projekt an die richtige Person schicken. Bei kleineren Unternehmen beispielsweise könnt ihr direkt den Abteilungsleiter nehmen.

Haran sagt:

“Arbeitgeber wollen, dass Probleme gelöst werden. Sie stellen lieber jemanden ein, der sich bereits einem Problem angenommen hat und es versucht hat, zu lösen oder es sogar bereits gelöst hat.”

Der Unternehmer versichert: Nachdem er sich auf diese Art und Weise bei einem Arbeitgeber beworben hatte, wurde er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die seien alle reibungslos verlaufen und in den meisten Fällen habe er sogar ein konkretes Jobangebot bekommen. 

(jds)