WIRTSCHAFT
29/12/2017 15:56 CET

Experte: Mit dieser Frage findet ihr den perfekten Job-Kandidaten

Er hat 500 Bewerbungsgespräche geführt - jetzt weiß er, welche Frage er stellen muss.

  • “Du wurdest geboren. Jetzt sind wir hier. Was ist in der Zwischenzeit passiert?”
  • Unternehmer Phil Brabbs erklärt, wieso Recruiter mit dieser Frage den besten Kandidaten für den Job finden können
  • Oben im Video: Diese zehn Wörter solltet ihr niemals in eurer Bewerbung benutzen

Ein Bewerbungsgespräch gleicht meist einem schlechten Theaterspiel: Beide Seiten spielen ihre Rollen, belauern sich - jeder will sich von der besten Seite zeigen und ja keine Schwächen offenlegen.

Bewerber haben ihre Antworten oft schon vorher auswendig gelernt. Und für den Recruiter wird es richtig schwer, herauszufinden, ob der Bewerber wirklich der geeignete Kandidat für den freien Job ist.

Nach 500 Vorstellungsgesprächen will ein Experte die wichtigste Frage gefunden haben

Ein Experte schlägt jetzt vor, eine bestimmte Frage zu stellen, die sofort verraten soll, ob der Bewerber oder die Bewerberin wirklich für den Job geeignet ist und in das Unternehmen passt.

Der Amerikaner Phil Brabbs, Unternehmer und Gründer der Firma Torrent Consulting, hat in den vergangenen fünf Jahren um die 500 Vorstellungsgespräche geführt. In einem Artikel für das amerikanische Business-Magazin “Inc” verrät er, mit welcher Frage er den richtigen Kandidaten für die Arbeitsstelle finden will:

“Du wurdest geboren. Jetzt sind wir hier. Was ist in der Zwischenzeit passiert?”

Die Antwort soll zeigen, welches Leben der Bewerber über die beruflichen Stationen in seinem Lebenslauf hinaus führt, welche Ziele und welche Wertvorstellungen er hat. Und ob er sich Gedanken gemacht hat, wie der Job in sein Leben passt.

Aus dem, was der Bewerber ihm erzählt, kann der Recruiter laut Brabbs drei wichtige Einstellungskriterien herauslesen:

1. Will der Bewerber wirklich genau diesen Job?

Ihm sei aufgefallen, dass die Bewerber sich nicht wirklich Gedanken über den Job gemacht hätten, wenn sie als Antwort nur schnell ihre Lebensläufe wiederkäuen.

Er schreibt, Recruiter sollten in dem Fall nachhaken: “Nutzt die Möglichkeit, um herauszufinden, ob sie wirklich in eurer Firma arbeiten wollen oder ob sie einfach nur weg von ihrem derzeitigen Job wollen.”

Letzteres würde zwar nicht bedeuten, dass der Bewerber schlecht sei, aber zeigen, ob er eben nur einen anderen Arbeitsplatz suche oder eine neue Herausforderung. Und bei dem perfekten Kandidaten sollten laut Brabbs die persönlichen Ziele mit dem Firmenziel übereinstimmen.

Mehr zum Thema: Hier verrät eine Jobexpertin, wie Sie Ihren Traumberuf bekommen - und nicht Ihr Mitbewerber

2. Passt er zum Unternehmen?

Auch wenn der Kandidat alle Voraussetzungen erfüllt, kann es sein, dass er der Falsche für die Stelle ist. Einfach, weil er nicht in die Unternehmenskultur passt oder in das Stadium, in dem sich das Unternehmen gerade befindet.

Wenn es sich zum Beispiel um ein Start-up handelt, sucht man andere Persönlichkeiten als bei einer Behörde. “Wenn ihr die Menschen nach ihrer Geschichte fragt, merkt ihr, wie sie ticken”, schreibt Brabbs.

“Wenn Teamarbeit bei euch sehr wichtig ist und der Kandidat euch erzählt, welch wichtige Rolle Team-Sport früher in seinem Leben gespielt hat, dann bekommt ihr eine Ahnung davon, ob und wie er sich in eurem Unternehmen zurechtfinden wird.”

3. Könnt ihr eine Verbindung aufbauen?

Schließlich weist Brabbs darauf hin, dass man den Bewerber mit der Frage viel besser kennen lernen kann. Weil er nicht nur sich selbst erklären, sondern auch frei sprechen muss. Dabei sollte sich laut dem Unternehmer eine Verbindung herstellen lassen.

Er schreibt: “Falls es euch schwer fällt, eine Verbindung zu ihm aufzubauen, überlegt euch, wie schwer es Mitarbeitern und Kunden fallen wird.”

Außerdem solltet ihr euch vorstellen können, jeden Tag mit dem Bewerber zusammenzuarbeiten. Sonst mache es keinen Sinn, ihn einzustellen. 

Mehr zum Thema: Das solltet ihr im Bewerbungsgespräch nie antworten, wenn ihr nach Schwächen gefragt werdet

(best)