POLITIK
29/12/2017 10:56 CET | Aktualisiert 29/12/2017 16:35 CET

Erika Steinbach sorgt mit Messer-Foto für Wirbel auf Twitter

Der Post der ehemaligen CDU-Politikerin kommt zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt.

Kai Pfaffenbach / Reuters
Steinbach steht auf den billigen Eklat.
  • Auf Twitter hat Erika Steinbach ein Foto von einem Messerblock gepostet und für Empörung gesorgt

  • Sie sei nicht sicher, welches sie davon mitnehmen solle, schrieb die Politikerin

Sie hat es schon wieder getan. Erneut sorgt die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach mit einem fragwürdigen Tweet für Furore.

Steinbach reihte sich beinahe nahtlos in die Reihe von rechtspopulistisch gesinnten Politikern ein, die seit einigen Monaten Fotos von Waffen auf Twitter und Facebook verbreiten.

Und zwar mit dem Foto eines Messerblocks. 

Nach JA-Landeschef Lars Steinke (“Allzeit kampfbereit”) oder AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner (“Warten auf die Antifa”) sah nun offenbar Steinbach ihre Gelegenheit zu provozieren. 

“Man muss mit der Zeit gehen. Mein neues Messersortiment. Bin nur nicht sicher, welches ich davon mitnehmen soll”, schrieb Steinbach. 

Der Waffen-Erstversuch der Twitter-Veteranin sorgte umgehend für Wirbel.

Steinbach lässt in ihrem Tweet zwar offen, was genau sie meint oder mit den Messern vorhat.

Doch eine Verbindung des Tweets zum mutmaßlichen Mord eines 15-Jährigen Afghanen an seiner gleichaltrigen Ex-Freundin in einem Drogeriemarkt im rhein-pfälzischen Kandel liegt auf der Hand. Bei der Tatwaffe soll es sich um ein rund 20 Zentimeter langes Küchenmesser gehandelt haben.

Mehr zum Thema: 15-Jähriger Afghane soll Mädchen erstochen haben: Jetzt spricht ihr Vater

Für Steinbach einmal mehr gute Gelegenheit in den sozialen Medien zu pöbeln.

Und wenig überraschend: Einer großen Mehrheit ihrer Follower scheint Steinbachs fragwürdige Andeutung gefallen zu haben. Der User Klaus Fritz schrieb etwa: “Bei der Sicherheitslage in Deutschland, nimm sie alle mit.”

Der User Klaus D. Frank hat für Frau Steinbach sogar einen Rat: “Bald reicht möglicherweise 1 Messer zur Verteidigung nicht mehr aus. Ergo, den ganzen Block mitnehmen.” 

Doch schnell kam auch scharfe Kritik am martialischen Tweet der AfD-Sympathisantin auf.

Nutzerin Andra Crome etwa schrieb: “Sie sind ein unanständiger Mensch, der die Meute aufhetzt und womöglich Blut spritzen sehen möchte. Schämen Sie sich!” 

Nur vier Stunden später postete Steinbach dann schon das nächste Foto. Dieses Mal allerdings zeigte es eine Benachrichtigung von Twitter persönlich.

Ein User hatte die ehemalige Bundestagsabgeordnete bei der Plattform für ihren Post gemeldet. Der Grund: Der Verdacht auf einen Verstoß gegen die Twitter-Regeln, den die Onlineplattform allerdings nicht für gerechtfertigt hält.

Steinbachs trockener Kommentar dazu: “So, jetzt hat sich jemand darüber empört, dass ich mir Messer zugelegt habe. Die Twitterkontrolle hat fabelhaft reagiert. Danke”

Manche lernen es nie. 

(lp)