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Diese 7 harmlosen Sätze solltest du vor Kindern nicht zu deinem Partner sagen

Es geht nicht nur darum, wie du etwas sagst, sondern auch was du sagst.

06/02/2018 13:59 CET | Aktualisiert 06/02/2018 17:23 CET
JohnnyGreig via Getty Images
Kinder lernen Kommunikation, indem sie ihre Eltern beobachten

Auch wenn es derjenige sicherlich gut gemeint hat: Wer auch immer gesagt hat, “Es kommt nicht darauf an, was du sagst, sondern wie du es sagst” hat sicherlich keine Kinder.

Kinder lernen, wie Kommunikation funktioniert, in dem sie beobachten, wie du mit deinem Partner umgehst. Seid ihr sarkastisch? Dann werden sie auch sarkastisch. Seid ihr wütend? Dann werden sie wahrscheinlich auch wütend. Wenn du böse Wörter benutzt, dann werden sie auch böse Wörter benutzen.

Natürlich gilt das auch für nicht so offensichtliche Dinge, wie zum Beispiel Floskeln.

Wir haben mit Beziehungsexperten über dieses Thema gesprochen und die haben diese scheinbar harmlosen Sätze herausgefiltert, die ihr nicht zu eurem Partner sagen solltet, wenn eure Kinder dabei sind:

“Du bist zu sensibel”

Generell gilt: Es steht niemandem zu, jemandem zu sagen, wie er sich fühlen darf. Das sendet eine Botschaft an die Kinder. “Mit einem Statement wie diesem sprichst du deinem Partner seine Gefühle ab und sagst ihm, dass er nicht dazu berechtigt ist, sich aufzuregen”, sagt Kimberly Hershenson, Beziehungsexpertin aus New York. “Jemand anderes kann niemals sagen, was die richtige Reaktion auf eine Situation ist – es sind schließlich deine Gefühle.”

“Es ist mir egal”

“Wenn dich dein Partner um deine Meinung bittet und du sagst “Das ist mir egal”, sendet das ein Signal, dass du kein Interesse hast, was der andere zu sagen hat”, sagt Hershenson. Es gibt höfliche Wege, um zu erklären, dass du dir unsicher bist, oder dass es keine Konsequenzen hat, ob ihr Indisch oder Thai zum Abendessen bestellt. Denn: A) beides ist lecker und B) nach einem langen Tag sollte dir dieses banale Thema auch egal sein. Extra Knoblauch Naan, bitte.

“Ich bin beschäftigt”

Menschen sind zwar mehr miteinander verbunden als je zuvor aber trotzdem so einsam wie noch nie – und dieser Satz kann ein dafür Grund sein. “Wenn du sagst, du bist beschäftigt aber weiterhin das tust, was du tust, wie Nachrichten schreiben oder E-Mails checken, während dein Partner versucht, dein Feedback zu bekommen, dann fühlt er sich alleine”, sagt Hershenson.

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Außerdem sende das ein schlechtes Signal an die Kinder. Denn es scheint so, als seien sie nicht wichtig genug sind für dich, um dein Smartphone für sie aus der Hand zu legen.

“Ich muss mehr trainieren, weil mein Körper zu hässlich ist”

Auch wenn du deine Zehen schon eine Weile nicht mehr gesehen hast – so eine Anmerkung kann eine sich langsam ausbreitende Wirkung auf das Selbstbild deines Kindes haben, sagt Fran Walfish, Familien- und Beziehungs-Psychotherapeutin und Autorin aus Beverly Hills.

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“Wenn dein Kind sieht, dass du jeden Tag auf die Waage steigst und darüber sprichst, dass du ‘fett’ bist, kann es ein ungesundes Körperbild entwickeln. Sei dir absolut bewusst darüber, dass alles was du sagst, eine Vorbildfunktion dafür hat, wie deine Kinder Botschaften an sich selbst verstehen werden.”

“Ich habe es dir doch gesagt”

Mit diesem Satz hat noch nie jemand Freund gewonnen – und auch zu Hause helfe er wenig, sagt Jonathan R. Bennett, Berater und Autor des Buches “The Popular Man”.

“Es scheint harmlos zu sein, wenn du deinen Partner daran erinnerst, dass du Recht hattest und er falsch lag. Aber das zeigt Kindern, dass sich Kommunikation mehr darum dreht, recht zu haben und die Oberhand zu gewinnen, als ein gemeinsames Ziel zu erreichen.”

“Schau, was du getan hast”

Wenn du das sagst, dann implizierst du damit, dass der Fehler an sich eine große Sache war. Das ist unkonstruktiv und außerdem unhöflich. “Anstatt dessen solltest du dich darauf konzentrieren, wie ein Fehler behoben werden kann, so dass jeder zufrieden ist”, sagt Bennett. “Am besten ist, du siehst Fehler als eine Chance zu lernen, anstatt sie als Versagen zu deuten.” 

“Du machst hier nichts”

“Zu sagen, dass ein Partner ‘niemals’ etwas im Haushalt macht, impliziert, dass du deinen Teil am Haushalt nicht beitragen musst, wenn du zu beschäftigt bist”, sagt Benett. “Weil Kinder viel Zeit im Haus verbringen, kann ihnen das den Eindruck vermitteln, dass ein Partner, der auf andere wichtige Art und Weise viel zum Haushalt beiträgt – wie zum Beispiel viel zu arbeiten – überhaupt nichts tut.”

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Katharina Schneider aus dem Englischen übersetzt und angepasst. 

(tb)