ELTERN
11/12/2017 23:53 CET | Aktualisiert 12/12/2017 12:19 CET

Die Ärzte wollen den Einjährigen sterben lassen - Zehntausende kämpfen jetzt um sein Leben

Ein Kind zu verlieren gehört zu den schlimmsten Erlebnissen, die Eltern widerfahren können.

  • Der einjährige Alfie Evans liegt seit mehr als einem Jahr im Koma
  • Die Ärzte fordern, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzustellen 
  • Im Video oben: Ein Junge verlor den Kampf gegen den Krebs - er hatte noch einen Wunsch

Ein Kind zu verlieren gehört zu den schlimmsten Erlebnissen, die Eltern widerfahren können. Thomas Evans und Kate James, ein britisches Elternpaar, könnte dieses Schicksal bald ereilen.

Ihr einjähriger Sohn Alfie Evans liegt seit Dezember 2016 im Koma. Die Ärzte des Alder Hey Children’s Hospital in Liverpool vermuten, dass der Junge eine mitochondriale Erkrankung hat. Dabei kommt es zu starken Problemen bei der Atmung.

Eindeutig identifizieren können sie Alfies Krankheit nicht. Sie sehen jedoch keine Heilungschancen für den Jungen. Aus diesem Grund halten sie es für das Beste, die lebenserhaltenden Geräte abzuschalten.

Doch seine Eltern kämpfen mit allen Mitteln gegen diese Entscheidung, wie die Zeitung “Liverpool Echo” berichtet.

Der Fall erinnert an Baby Charlie

Alfies Situation erinnert stark an den Fall Charlie Gard. Der Junge wurde mit einer seltenen genetischen Krankheit geboren. Die Ärzte sahen keine Chancen auf eine Besserung und beantragten im März 2017 vor Gericht, die Geräte abschalten zu dürfen.

Charlies Eltern kämpften gegen diese Entscheidung, doch das oberste Gericht stimmte dem Krankenhaus zu. Am 28. Juli gaben die Eltern Charlies Tod bekannt.

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Der amerikanische Arzt Michio Hirano bot Charlies Eltern damals Hilfe an. Auch Evans und James wandten sich nun an ihn. Hirano habe sich bereits die Krankenakte des Jungens angesehen und stelle die Diagnose der britischen Ärzte in Frage, sagte Evans dem “Liverpool Echo”.

Laut dem Vater haben sich auch weitere Ärzte aus Utah und Italien mit dem Fall vertraut gemacht und vermuten, dass sie helfen können.

Alfie wurde im Mai 2016 geboren. Bereits nach einigen Wochen stellten die Eltern fest, dass mit seiner Entwicklung etwas nicht in Ordnung war. “Er tat einige Sachen nicht, die normal für sein Alter wären, wie etwa den Kopf zu heben oder uns anzuschauen”, schreiben Evans und James auf der Crowdfunding-Seite “Just Giving”, auf der sie Geld für ihren Sohn sammeln.

Die Ärzte sehen keine Chance auf Besserung

Die Ärzte vermuteten, dass er lediglich ein Spätentwickler sei. Doch in den nächsten Monaten schritt Alfies Entwicklung nicht weiter voran. Außerdem stellten die Eltern fest, dass der Junge seine Beine und Arme ruckartig bewegte und seine Augen nach hinten rollte. Dann erlitt der Einjährige eine Brustinfektion, die anhaltende Krampfanfälle auslöste.

Zu dem Zeitpunkt musste Alfie das erste Mal an lebenserhaltende Geräte angeschlossen werden. Im Januar 2017 sagten die Ärzte, der Junge werde die Infektion nicht überleben. Entgegen aller Erwartungen erholte sich Alfie, erkrankte dann aber an einer weiteren Infektion.

Die Ärzte des Alder Heys glauben, dass der Einjährige sich nicht mehr erholen wird. Um ihm weitere Qualen zu ersparen, wollen sie nun die lebenserhaltenden Maßnahmen abstellen. Die Eltern sind jedoch überzeugt, dass ihr Sohn lebensfähig ist und wehren sich gegen die Entscheidung des Krankenhauses.

Das Krankenhaus verweigert Alfies Transfer

 “Die Ärzte sagen, dass er die Krankheit nicht überleben wird, aber Alfie ist ein Kämpfer und wir werden ihn nicht aufgeben”, schreiben die Evans und James auf der Crowdfunding-Seite. “An Silvester haben sie uns gesagt, dass er nur noch wenige Stunden zu leben hat. Alfie hat ihnen gezeigt, dass sie falsch liegen und er wird das wieder tun.”

Laut Evans hat das Krankenhaus angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten und den Eltern empfohlen, einen Anwalt einzuschalten. Außerdem verweigere das Alder Hey einen Transfer des Jungens in ein anderes Krankenhaus, so sein Vorwurf. Das Crowdfunding-Projekt haben die Eltern für die Kosten des Rechtsstreit und der weiteren Behandlung gestartet. Über 50.000 Euro konnten sie so bereits sammeln.

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Außerdem haben schon mehr als 37.000 Unterstützer eine Petition unterzeichnet, in der das Krankenhaus aufgefordert wird, Alfie zu entlassen (Stand 11. Dezember). “Wir werden so lange weiterkämpfen, bis Alfie aufhört zu kämpfen”, schreiben Evan und James zu der Petition.

(lk)