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02/01/2018 17:51 CET | Aktualisiert 03/01/2018 18:30 CET

Ärzte glauben Mutter nicht, dass ihr Sohn krank ist – kurz darauf ist er tot

Hätten Düsseldorfer Ärzte den Tod eines Jungen verhindern können?

  • Der kleine Elias hatte tagelang Fieber, blaue Flecken und konnte nicht essen
  • Trotzdem wurde er laut seiner Mutter zwei mal mit einer falschen Diagnose nach Hause geschickt – und starb 

Der Facebook-Post von Sharara Hakim schockiert: Die Mutter des kleinen Muhammad Elias schildert dort, wie es aus ihrer Sicht dazu kam, dass ihr sieben Jahre alter Sohn sterben musste.

Das Evangelische Krankenhaus in Düsseldorf hat ihrer Meinung nach drei erhebliche Fehler gemacht. Weil es sie und ihren ihren Sohn immer wieder weggeschickt habe.

41 Grad Fieber

Als die Mutter mit Elias zum ersten Mal ins Krankenhaus kam, hatte der Kleine 41 Grad Fieber. Man habe sie allerdings nach Hause geschickt, mit der Diagnose, es sei nur ein Virus. So schreibt sie es auf Facebook. Die beiden hätten lediglich eine Packung Schmerzmittel Paracetamol mitbekommen.

Der Zustand ihres Sohnes habe sich allerdings Tag für Tag verschlechtert. Er konnte weder essen, noch trinken, noch richtig atmen, berichtet seine Mutter. Er habe zwar versucht, ihr gegenüber nicht weinerlich zu sein. Den “kleinen Soldaten” nennt sie ihn, weil er so tapfer ist. Aber er zeigte ihr aber immer wieder, dass ihm etwas weh tat. 

Sharara Hakimi
Elias hatte 41 Grad Fieber
Sharara Hakimi
Elias vor seinem Tod

Weiße Zunge, blaue Flecken

Also brachte seine Mutter ihn erneut ins Krankenhaus. Laut eigener Aussage flehte sie Krankenschwestern und Ärzte an, sein Blut zu untersuchen, da sich seine Zunge inzwischen weiß gefärbt hatte.

Aber: “Da er aufstehen und gehen konnte, als ob nichts wäre, auch mit 41 Grad Fieber”, seien die beiden wieder nur mit einer Packung Paracetamol nach Hause geschickt worden. “Ihr habt nicht verstanden, dass er nur seinen Schmerz nicht zeigen wollte”, wirft sie den Ärzten vor.

Seine Mutter habe zu diesem Zeitpunkt auch blaue Flecken an seinem Körper bemerkt, doch die hätten die Ärzte wieder nur als Virus abgetan.

Hakim ging mit ihrem Sohn zum Hausarzt. Aber auch der wusste offenbar nicht, was Elias fehlt. Er habe aber betont, dass man dem Jungen im Krankenhaus am besten helfen könne. Also fasste die Mutter den Entschluss, noch einmal dorthin zu fahren. Zum mittlerweile dritten Mal. 

Zu diesem Zeitpunkt spürte Elias laut seiner Mutter seinen halben Körper nicht mehr. Trotzdem mussten die beiden laut ihrer Aussage fast zwei Stunden lang warten, bis man sich ihnen widmete.

Die Schwestern glaubten, der Monitor sei kaputt

Dann soll alles schnell gegangen sein: Weil Tests so ungewöhnlich hohe Werte ergeben hätten, hätten Schwestern erst nur geglaubt, der Monitor sei kaputt.

Kurz darauf sein Elias gelb geworden, er habe sich übergeben. Plötzlich habe es geheißen, Elias müsse sofort operiert werden, sein Magen hätte sich verdreht.

Drei Stunden lang dauerte die Operation laut Elias’ Mutter, am Ende die Diagnose: Elias habe eine Blutvergiftung und eine fünfprozentige Chance zu überleben. Mit offener Bauchdecke hätten ihn Ärzte nun ins Uniklinikum überstellen wollen, schildert Sharara Hakim, dort seien bessere Beatmungsgeräte vorhanden.

Die Mutter erzählt in ihrem Facebook-Post weiter: “Sie (eine Ärztin, Anm. d. Red.) sagte: ‘Wenn Sie 5 MINUTEN später gekommen wären, wäre er gestorben.’ Aber ich war doch schon 2 Stunden dort?!?!!?”

Sharara Hakimi
Elias nach seiner Operation

Bis zum Ende gekämpft

Dann habe sie ihren Sohn zum ersten Mal nach der OP gesehen, aufgequollen und an alle möglichen Geräte angeschlossen.

Tatsächlich sei Elias schließlich noch ins Uniklinikum überstellt worden. Dort starb der Junge. 

Ihr kleiner Soldat habe bis zum Ende gekämpft, schreibt die Mutter. Ihr Post wurde inzwischen mehr als 30.000 Mal geliked und 17.000 Mal geteilt.

Wie hätte sein Tod verhindert werden können? Das fragte Hakim noch im Krankenhaus einen Arzt. Seine Antwort sei simpel gewesen: Beim ersten Krankenhausbesuch hätte Elias eine Flasche Antibiotika bekommen müssen. Nur eine Flasche Antibiotika.

Krankenhaus weist Vorwürfe von sich

Hakims Vorwürfe gegen das Krankenhaus wiegen schwer. Die Belegschaft bedauere den Tod sehr, sagte eine Sprecherin des Evangelischen Krankenhauses auf HuffPost-Anfrage. 

Sie erklärt, dass es in ihrem Haus zwei Abteilungen gebe, die mit Elias zu tun gehabt hätten. Bei den ersten Besuchen sei der Junge in der sogenannten Notfallpraxis der niedergelassen Ärzte behandelt worden, die zwar Räumlichkeiten im Evangelischen Krankenhaus gemietet hat, aber eigenständig ist. 

In die Verantwortung des Evangelischen Krankenhauses selbst sei Elias erst bei dem dritten und letzten Besuch gefallen. 

PS. Auch die Notfallpraxis der niedergelassen Ärzte hat die HuffPost um eine Stellungnahme gebeten. Die steht noch aus.

(jds)

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