WIRTSCHAFT
11/01/2018 10:35 CET | Aktualisiert 11/01/2018 16:01 CET

Deutsche Wirtschaft wächst weiter – so stark wie seit 6 Jahren nicht mehr

“Made in Germany” boomt.

robertmandel via Getty Images
Der Hamburger Hafen: Symbol für die deutsche Exportwirtschaft.

Die deutsche Wirtschaft hat 2017 um 2,2 Prozent zugelegt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte. 

Das ist passiert: 

► Deutschland legte im vergangenen Jahr das stärkste Wachstum seit 2011 hin. Damals musste sich Europas größte Volkswirtschaft allerdings von der tiefen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise erholen.

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► Getragen wurde der kräftige Wirtschaftsaufschwung demnach von der Kauflust der Verbraucher, gestiegenen Investitionen vieler Unternehmen und der starken Weltwirtschaft, die die Nachfrage nach “Made in Germany” ankurbelt.

► Deutschlands Exporteure steuern 2017 auf das vierte Rekordjahr in Folge zu. In den ersten elf Monaten wurden Maschinen, Autos und andere Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro ausgeführt (plus 6,5 Prozent).

Darum ist es wichtig: 

Von der seit Jahren florierenden Konjunktur – und den anhaltend niedrigen Zinsen – profitiert auch der Fiskus. Der deutsche Staat konnte nach Berechnungen der Statistiker 2017 zum vierten Mal in Folge mehr Geld einnehmen als ausgeben.

Der Überschuss von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen machte unter dem Strich 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, nach 0,8 Prozent im Vorjahr. Ein, wenn auch minimales, Defizit hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht.

Was ihr noch wissen müsst: 

Die neue Erfolgsmeldung wird die Diskussion um die richtige Verwendung der Steuerüberschüsse weiter beleben. Bei den GroKo-Sondierungen am Donnerstag geht es um höhere Bildungsinvestitionen und Steuerentlastungen.

SPD und Union haben den zusätzlichen Finanzspielraum für die kommenden vier Jahre auf insgesamt rund 45 Milliarden Euro beziffert.

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(mf)

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