POLITIK
08/01/2018 14:25 CET | Aktualisiert 08/01/2018 14:36 CET

AfD-Lokalpolitikerin hetzt mit Nazi-Propagandaposter

Franziska Lorenz-Hoffmann sieht kein Problem.

  • Eine Berliner AfD-Lokalpolitikerin hat ein NS-Propagandaposter auf Facebook veröffentlicht
  • Die Frau kannte den Hintergrund des Bildes – und sieht keine Probleme bei den Slogans 

Für viele Rechte stellt der vermeintliche “große Austausch” eine Gefahr dar. Damit bezeichnen sie die angebliche Masseneinwanderung und Islamisierung in westlichen Staaten – die von Politikern, Wirtschaftsbossen und Medien organisiert werde.

Deren vorgebliches Ziel: Zerstörung durch Überfremdung.

“Deutsche Frau - halte dein Blut rein!” 

Auch die AfD versucht, Ängste vor dem Fremden zu schüren. Ein besonders plumpes Beispiel lieferte jetzt die AfD-Vorsitzende im Bezirk Berlin-Neukölln: Bereits am Samstag veröffentlichte Franziska Lorenz-Hoffmann ein Propagandaposter aus dem Dritten Reich.

Die drauf abgedruckte Parolen:

► “Deutsche Frau – halte dein Blut rein!” 

► “Fremde dürfen nicht nach Dir greifen”

► “Du trägt das Erbe künftiger Geschlechter”

Screenshot Facebook
Screenshot des wenige Minuten nach dem Telefonat mit der HuffPost gelöschten Beitrags von AfD-Lokalpolitikerin Franziska Lorenz-Hoffmann

Damit die “Deutschen deutsch bleiben”

AfD-Politikerin Lorenz-Hoffmann, noch bis 2013 im Bezirksvorstand der Linken in Neukölln politisch aktiv, hat das Bild veröffentlicht, weil “die Deutschen deutsch bleiben sollen”. Das erklärte sie am Telefon der HuffPost. Sie sehe diesen Zustand vor allem in ihrem Bezirk in Gefahr.

Zwar leben in dem Berliner Stadtteil Menschen aus mehr als 160 Nationen, der Ausländeranteil beträgt etwa 25 Prozent. Das heißt: Weitaus mehr als die Hälfte der Bewohner in Neukölln sind nach wie vor deutsch - auch wenn das einige AfD-Politiker wohl anders sehen würden

Angesprochen auf den offensichtlich nationalsozialistischen Hintergrund des Posters, gab die AfD-Lokalpolitikerin zu: “Ich habe das gewusst.” Sie betonte aber, “kein Nazi” zu sein.

Nazi-Poster “nur weitergeleitet” 

In der Veröffentlichung sehe Lorenz-Hoffmann hingegen kein Problem, “denn nicht nur ich habe es weitergeleitet”. Wer das noch getan habe, wollte Lorenz-Hoffmann jedoch nicht sagen.

Fakt ist: Sie selbst hat das Poster hochgeladen – und wohl mittlerweile auch wieder gelöscht.

In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass ein führender NPD-Funktionär das Propagandaposter aus dem Jahr 1944 bereits Ende 2015 auf seiner Facebook-Seite geteilt hatte. Das Motiv wurde so Teil des Verbotsverfahrens gegen die rechtsextremistische Partei.

(ll)

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