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Klimawandel findet auch in Deutschland statt, doch wir können ihn bremsen

"Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken? Nein, sicher nicht!"

13/02/2018 11:09 CET | Aktualisiert 13/02/2018 12:39 CET
AVTG via Getty Images
Deutschland muss aus der Kohle aussteigen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen

Der Klimawandel wird gerne weggeschoben. Ein Problem, das nur weit entfernte Länder und Regionen betrifft, so die Meinung. Ein fataler Irrglaube.

Auch Deutschland bekommt die Erderwärmung schon längst zu spüren. Mensch und Natur stellt sie vor eine immense Herausforderung, die sich aber nur bewältigen lässt, wenn man sich ihr stellt. Wegschieben ist keine Option.

In Deutschland hat der Klimawandel gleich mehrere Gesichter.

► Im Sommer kurbelt er die Zahl der Hitzetage in die Höhe – also Tage, an denen das Thermometer über die 30-Grad-Marke klettert.

Hitze belastet menschliche Gesundheit und Landwirtschaft

Schön, endlich richtiger Sommer, sagen nun manche. Das greift nur viel zu kurz. Denn Hitze belastet, besonders ältere Menschen, Stadtbewohner und nicht zuletzt jeden, der im Arbeitsprozess steht.

Mit der Hitze im Sommer gehen aber auch Trockenheit und Dürren einher. Für die Landwirte in Deutschland ist das ein großes Problem. Das Risiko von Waldbränden steigt. Und die Hitze bringt die Gefahr tropischer Krankheiten zu uns, wenn sich Moskitos weiter ausbreiten können und zum Beispiel Malaria und Dengue-Fieber mitbringen.

Noch können wir die Auswirkungen in den Griff bekommen.

► Ein zweites Gesicht des Klimawandels in Deutschland ist die Nässe.

Starkregenereignisse werden häufiger, unsere Winter generell feuchter. Das birgt die Gefahr von Hochwasser.

Hitze, Dürren, Krankheiten, Hochwasser – Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken? Nein, sicher nicht! Denn noch können wir die Auswirkungen in den Griff bekommen.

Kohleausstieg und Verkehrswende sind unausweichlich

► Dafür müssen wir einerseits den Ausstoß an Treibhausgasen drastisch reduzieren.

Für Deutschland bedeutet das den Ausstieg aus der Kohle. Auch unser Verkehr muss sauberer werden: Hier sind die Emissionen im vergangenen Jahr gestiegen, statt wie notwendig zu sinken. Die neue Regierung ist gefragt, endlich zu handeln. Jeder Bürger kann sie daran erinnern, zu diesem Zweck hat der WWF gerade eine Petition gestartet.

► Andrerseits müssen wir uns klimafit machen.

Das bedeutet, mit den Folgen der Erderwärmung, wie wir sie jetzt schon in Deutschland spüren, richtig umzugehen. Wir als WWF haben dafür gemeinsam mit der Helmholtz-Klimainitiative REKLIM sowie den regionalen Bildungsträgern fesa e.V. und ifpro einen Volkshochschulkurs entwickelt, der gerade im Südwesten Deutschlands Premiere gefeiert hat.

Auch Kommunen müssen richtige Entscheidungen für die Zukunft treffen

Das Ziel ist, direkt vor Ort, in den Kommunen Menschen mit Wissen und Handlungskompetenz auszustatten und sie untereinander zu vernetzen, damit sie genügend Rüstzeug haben, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu fällen – von einer Stadtplanung, die Grünflächen schafft und so für eine gute Belüftung sorgt, bis hin zu einer Landwirtschaft, die mit den geänderten Wetterbedingungen zurechtkommt.

Neben dem VHS-Kurs bietet der WWF gemeinsam mit dem Deutschen Klima-Konsortium auch eine kostenlose Online-Vorlesung zum Thema an, in der führende deutsche Klimawissenschaftler zu Wort kommen.

Denn nur, wer die Zusammenhänge versteht und Möglichkeiten kennt, was er selbst tun kann, bietet Fake-news-Debatten und Scheuklappendenken die Stirn und ist motiviert, sich für mehr Klimaschutz einzusetzen. Das öffnet den Weg für gemeinsame Lösungen.

Im Rahmen einer Themenwoche zum Klimawandel in Deutschland spricht die HuffPost mit Stadtplanern, Naturschützern, Klimaforschern und Meteorologen. Außerdem schauen wir uns vor Ort an der Küste, in den Bergen, Wäldern und Großstädten gemeinsam mit Experten an, wo die Folgen des Klimawandels in Deutschland bereits sichtbar sind. 

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(ujo)