POLITIK
17/01/2018 10:38 CET

Top-News To Go: Journalist Yücel lehnt "schmutzige Deals" zu seiner Freilassung ab

Seit mehr als elf Monaten sitzt der Journalist in U-Haft.

dpa
Der 44-jährige Deniz Yücel ist nun seit fast einem Jahr in der Türkei in Haft.

Der in der Türkei inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel lehnt “schmutzige Deals” zu seiner Freilassung ab. 

Das ist passiert: 

► “Ich für meinen Teil möchte meine Freiheit weder mit Panzergeschäften von Rheinmetall oder dem Treiben irgendwelcher anderen Waffenbrüder befleckt wissen, noch mit der Auslieferung von gülenistischen Ex-Staatsanwälten oder putschistischen Ex-Offizieren”, gab Yücel in einem schriftlich geführten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur an.

► Mitte September wurde der französische Journalist Loup Bureau aus der Haft in der Türkei entlassen. Yücel verwies darauf, dass Frankreichs Regierung laut Medienberichten im Gegenzug einem Rüstungsdeal zugestimmt habe.

► Nach Informationen des “Spiegel” hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angeboten, Yücel und andere Häftlinge im Austausch gegen türkische Offiziere, die er des Putschversuchs verdächtigt, auszuliefern.   

Darum ist es wichtig:

Yücels Inhaftierung ist einer der größten Streitpunkte im Konflikt zwischen Deutschland und der Türkei. Auch nach elf Monaten Haft gibt es keine Anklage. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft ihm Unterstützung von Terroristen und Spionage vor. 

Diesem Vorwurf sieht sich in der Türkei jeder ausgesetzt, der in Kontakt mit angeblichen Anhängern des Predigers Fethullah Gülen oder mit Kritikern Erdogans in Kontakt gekommen ist. 

Was ihr noch wissen solltet:

Yücel hält es für Taktik, dass die türkische Regierung die Beziehungen zu Deutschland wieder verbessern will. Er mutmaßt, der Regierung dämmere es, dass sie es sich nicht leisten könne, “sich mit aller Welt auf einmal zu verkrachen”.

Der Journalist sagte weiter, er sei Menschen, die ihm schreiben, “ganz besonders dankbar”. Wer möchte, könne ihm ein paar Zeilen über “schreibdeniz@weltn24.de” zukommen lassen.

Die Zeitung lasse die Briefe ins Türkische übersetzen, “so sind die Aussichten viel größer, dass sie auch bei mir ankommen”.

(ll)