POLITIK
05/01/2018 14:27 CET

"Seid bereit zu kämpfen": Chinas Staatschef schickt historische Ansage an Armee

Eine Kampfansage an den Rest der Welt?

China Stringer Network / Reuters
Mitglieder der Volksbefreiungsarmee am 1. Januar in Peking.
  • Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat von seiner Armee gefordert, für einen echten Kampfeinsatz zu trainieren
  • Chinesische Medien sprechen von einem einmaligen Auftritt

In einer seltenen Ansprache hat sich Chinas Staatschef Xi Jinping an die eigenen Streitkräfte gewandt. Die Worte klingen wie eine Drohung.

Die Volksbefreiungsarmee, zahlenmäßig die stärkste Armee der Welt, solle weder “Mühsal, noch den Tod” fürchten, sagte Xi laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. Der Staatspräsident sprach vor 7.000 Soldaten in der chinesischen Provinz Hebei.

Er forderte demnach, das Militär solle den Kampf unter realistischen Bedingungen üben

Außerdem verlangte er eine mächtige Elitestreitkraft, die “immer bereit ist, zu kämpfen” und “sicher ist, zu gewinnen, um die Aufgaben zu erfüllen, die ihr von der Partei und dem Volk in der neuen Ära aufgetragen wird”.

Kampfansage an den Rest der Welt?

Die Rede von Xi ist aus zwei Gründen bemerkenswert:

► Die chinesische Presse feierte den Auftritt als historisches Ereignis.

“Es war das erste Mal für die Kommission (die Zentrale Militärkommission, Anm.), ein Mobilmachungs-Treffen für die gesamten Streitkräfte abzuhalten”, schrieb die Nachrichtenagentur Xinhua. 

Auch ein ehemalige General sprach gegenüber der “Global Times”, einer Zeitung der chinesischen Staatspartei, von einer einmaligen Rede.

Zum ersten Mal seit der Gründung der Volkspublik habe der Vorsitzende der Zentralen Militärkommission, seit 2012 Xi Jinping, der Armee direkte Anweisungen für das militärische Training erteilt. 

“Es zeigt, dass Kampfbereitschaft nun eine strategische Mission des chinesischen Militärs ist”, zitiert die “Global Times” Ex-General Xu Guangyu.

China geht aggressiv vor

Geopolitisch ist die Situation in Asien extrem angespannt.

Zum einen wachsen Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts mit Nordkorea. Zwar sucht das nordkoreanische Regime zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder das Gespräch mit den Nachbarn in Südkorea.

US-Präsident Donald Trump sorgte allerdings erst kürzlich für Aufregung. Mit einem Tweet über seinen Atomknopf verspottete Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

Mehr zum Thema: Wie ein Krieg zwischen USA und Nordkorea täglich wahrscheinlicher wird

Ein weiterer Konfliktherd: Das Südchinesischen Meer. Hier verärgert China seine Nachbarn. Das Land verfolgt eine aggressive Politik, schüttet künstliche Inseln auf und beansprucht 90 Prozent des Gebiets für sich.

Mitte Dezember warfen die USA China erneut vor, die Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer weiter auszubauen.

Zwar halten Analysten es laut der Nachrichtenagentur AFP für unwahrscheinlich, dass die Soldaten Chinas demnächst wirklich zum Einsatz kommen.

Aber die Rede von Xi Jinping demonstriert: Die Volksrepublik wird seinen Machtanspruch weiter ausbauen.

Mehr zum Thema: In China haben sich die Machtverhältnisse dramatisch verändert - jeder sollte die Folgen kennen

(jg)

Gesponsert von Knappschaft