POLITIK
13/02/2018 12:28 CET | Aktualisiert 13/02/2018 17:48 CET

CDU-Politiker Spahn wird schwulenfeindlich beschimpft – und reagiert genau richtig

“Anstatt dumme Sprüche zu machen, könnten Sie doch einfach sagen: ‘Schön, dass wir gemeinsam Familien unterstützen wollen.’”

Screenshot / Facebook
Jens Spahn beim Facebook-Live.
  • Der CDU-Politiker Jens Spahn hat einen schwulenfeindlichen Hass-Kommentar erhalten 
  • Spahn, der mit seiner Homosexualität offen umgeht, konterte dem Hassschreiber souverän 

CDU-Politiker Jens Spahn hat sich auf Facebook schwulenfeindlicher Hetze entgegengestellt.

Bei seinem wöchentlichen Facebook-Live-Auftritt verlas der 37-Jährige am Montag den Kommentar eines Nutzers, der Homosexuellen pädophile Neigungen unterstellte: “Mit kleinen Kindern kennt ihr Euch Hinterlader in den Parteien gut aus.”

Spahn wertete dies als “besondere Form der Beleidigung” – reagierte aber gelassen.

Spahn ist seit Dezember mit einem Journalisten verheiratet

► “Freuen Sie sich doch, dass jemand wie ich sagt, ich möchte Familien unterstützen und ich möchte es möglich machen und mithelfen, dass mehr junge Menschen, dass mehr junge Paare sich für Kinder entscheiden”, sagte Spahn an die Adresse des Mannes.

Und legte nach: “Anstatt dumme Sprüche zu machen, könnten Sie doch einfach sagen: ‘Schön, dass wir gemeinsam Familien unterstützen wollen.’”

Spahn wandte sich anschließend noch einmal direkt an den Hass-Kommentarschreiber. Dieser solle “ein bisschen weniger das Trennende suchen”, stattdessen “gemeinsam schauen, wo wir etwas Schönes vorhaben für dieses Land.”

Für seinen souveränen Umgang bekommt Spahn nun viel Zuspruch:

“Respekt vor Jens Spahn und seiner Reaktion während seines Facebook-Lives”, schreibt etwa “cnetz – Verein für Netzpolitik” auf Twitter.

Ein anderer Nutzer betont: “Diese Stellungnahme zeugt von menschlicher Größe. Schade, dass es Kleingeister gibt, die nur beleidigen wollen und auf einen großen Menschen treffen.”

► Spahn, bisher Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hatte kurz vor Weihnachten seinen Lebenspartner, den Journalisten Daniel Funke, geheiratet.

Sein Name wird in der CDU zurzeit als erstes genannt, wenn es darum geht, jüngere Leute ins Kabinett zu holen.