POLITIK
07/02/2018 17:18 CET

CDU-Mann Günther kritisiert Verhandlungsergebnis der Kanzlerin

"Wir haben ein deutlich weinendes Auge."

Fabrizio Bensch / Reuters
Günther und Merkel: Das Ende einer Freundschaft?
  • Schleswig Holsteins Ministerpräsident kritisiert das Verhandlungsergebnis der CDU
  • Der SPD seien große Zugeständnisse gemacht worden

Daniel Günther gilt gemeinhin als Freund der Kanzlerin. 

Doch heute, am Mittwoch der GroKo-Einigung, konnte sich der Ministerpräsident Schleswig Holsteins eine deutliche Botschaft an seine Parteichefin Angela Merkel offenbar nicht verkneifen.

Günther wirkt so gar nicht zufrieden mit den Ergebnissen der Verhandlung.

“Die Begeisterung beim Ressortzuschnitt hält sich aus Sicht der CDU in der Tat wirklich in engen Grenzen”, sagte Günther am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

“Sozialdemokraten haben eine Menge rausgeholt”

Er sehe keine Hürden, warum die SPD-Mitglieder dieser Vereinbarung nicht zustimmen könnten. “Die Sozialdemokraten haben für sich eine Menge rausgeholt.”

Union und SPD hatten sich zuvor nach 13-tägigen Verhandlungen auf einen Vertrag über eine erneute Große Koalition verständigt.

Günthers Partei habe sowohl der SPD als auch der CSU Zugeständnisse gemacht, sagte der CDU-Politiker. Zwar begrüße die Union die künftige Zuständigkeit für Landwirtschaft. “Aber im Vergleich ist das kein Zugewinn für die CDU.”

Denn die Christsozialen geben das Innenressort an die CSU ab. Das Gleiche gelte im Verhältnis zur SPD: “Wir haben Finanzen abgegeben und dafür Wirtschaft bekommen. Das ist nicht gleich”, sagte Günther.

Weinendes Auge bei der CDU

Die Partei sehe die Ressortverteilung deshalb “mit einem deutlich weinenden Auge”.

Günther sagte weiter, bei der Besetzung der Unions-Ressorts sei entscheidend, “dass Erneuerung sichtbar wird, dass hier neue Menschen für die Union in Gänze Verantwortung haben und wir mindestens die Hälfte dieser Positionen mit Frauen besetzen”.

Sie müssten in “den entscheidenden Ressorts Verantwortung tragen”.

(mf)