POLITIK
20/12/2017 12:04 CET | Aktualisiert 09/01/2018 16:35 CET

Berlins Ex-Bürgermeister Buschkowsky kritisiert Lehrer mit Kopftuch

"Ich halte die Neutralitätspflicht bei staatlichem Handeln für zwingend selbstverständlich."

ullstein bild via Getty Images
Heinz Buschkowsky, früherer Bürgermeister von Berlin-Neukölln (SPD)
  • Der ehemaliger Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky lehnt Lehrerinnen mit Kopftuch vehement ab
  • Er fordert den Schutz von Kindern vor “falschen Vorbildern und Indoktrination”

Der ehemalige Bezirksbürgermeister von Neukölln in Berlin, Heinz Buschkowsky (SPD), hält überhaupt nichts von Lehrerinnen, die ein Kopftuch tragen. In einem Gastbeitrag in der “Bild”-Zeitung mit dem Titel “Auch an katholischer Schule hat das Kopftuch nichts zu suchen”, verteidigt er das umstrittene Verbot religiöser Symbole an staatlichen Schulen in Berlin.

“Ich halte die Neutralitätspflicht bei staatlichem Handeln für zwingend selbstverständlich. Auch den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor falschen Vorbildern und Indoktrination”, schreibt der 69-Jährige.

Buschkowsky nennt Rektor “blauäugig”

Buschkowsky kritisiert den Rektor einer Privatschule scharf, der bewusst eine Lehrerin mit Kopftuch eingestellt hat.

Der Jesuitenpater Tobias Zimmermann steht dem Elite-Gymnasium Canisius-Kolleg vor. In der HuffPost hatte er argumentiert, Schüler müssten sich mit der gesellschaftlichen Realität auseinandersetzen – dazu gehöre eben auch, den Islam als Lebensmodell kennenzulernen.

“Na ja, blauäugiger geht’s wohl nimmer”, kommentiert Buschkowsky.

“Das eine schließt das andere aus”

Pater Zimmermann wurde in der “Berliner Zeitung” außerdem mit dem Satz zitiert, die muslimische Lehrerin an seiner Schule sei “ein Beispiel für gelungene Integration”. 

Buschkowsky sieht das ganz anders: “Mir ist schleierhaft, wie jemand, für den das Ideal ein Leben nach dem Vorbild des Propheten vor über tausend Jahren ist, in die Werteordnung westlicher Demokratien integriert sein kann. Das eine schließt das andere aus”, schreibt er in der “Bild”.

Buschkowsky ist eine der lautesten Stimmen in der deutschen Diskussion um Integration. Er prangerte missglückte Integration an, genießt den Ruf eines “Klartext”-Redners (“Bild”) und  oder des “Bullen von Neukölln” (“Süddeutsche Zeitung”).

(ll)