ELTERN
10/01/2018 14:13 CET

Behördenfehler: Berliner soll Geld für fremdes Kind zahlen

“Egal was ich sage, das glaubt mir meine Freundin nie!”

splendens via Getty Images
Ein Berliner sollte Geld für ein fremdes Kind zahlen - wegen eines Behördenfehlers (Symbolbild).
  • Ein Berliner soll Geld für einen Vaterschaftstest zahlen – doch er beteuert, dass das Kind nicht von ihm ist
  • Erst nachdem deshalb seine Beziehung in die Brüche ging, wird klar: Bei dem Schreiben handelt es sich um einen Fehler der Behörde

Ein Behördenfehler hat eine Familie zerstört: Wie die “Bild” berichtet, wurde ein Berliner in einem Schreiben des Amtsgerichtes aufgefordert, 484 Euro für einen Vaterschaftstest zu zahlen –  für ein Kind mit einer Frau, die er noch nie gesehen hat. 

Dem 44-jährigen Taxifahrer war sofort klar, dass es sich um einen Irrtum handeln musste. Schließlich sei er seiner Freundin, mit der er zwei Kinder hat, immer treu gewesen, erklärte er der “Bild”.

Doch seine Hoffnung, alles mit einem Anruf beim Amtsgericht aufzuklären, sei schnell zunichte gemacht worden. Als der zweite Brief gekommen sei, habe er ihn deshalb vor seiner Freundin versteckt.

“Egal was ich sage, das glaubt mir meine Freundin nie!”

“Ich wusste (...): Egal, was ich sage, das glaubt sie mir nie! Denn in unserer Beziehung kriselte es schon länger,” erklärte der Berliner gegenüber der “Bild”-Zeitung.

►“Mir ging es richtig schlecht. Ich konnte nicht mehr schlafen vor Sorgen, ich habe da immer wieder angerufen und meine Unschuld beteuert.”

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Auch seiner Freundin sei aufgefallen, dass etwas nicht stimme und habe ihn zur Rede gestellt.

Als er ihr von den Briefen erzählt, glaubt sie ihm kein Wort: “Für mich war die Sache glasklar: Er hat mich betrogen! Er ist Taxifahrer, kommt viel rum, und da hatte ich es ja auch amtlich, schwarz auf weiß,“ erzählt seine Freundin der “Bild”.

“Ich kenne weder dieses Kind, noch diese Frau”

► Der Vater habe verzweifelte Briefe an das Amt geschrieben. Er wollte versuchen, die Sache irgendwie aufzuklären: “Ich kenne weder dieses Kind, noch diese Frau.“

Es habe nichts geholfen. Schließlich habe seine Freundin ihm so sehr misstraut, dass sie die Kinder genommen und ihn verlassen habe. 

Erst als das Gericht seine Forderung per Zwangsvollstreckung durchsetzen will, entdeckt ein Justizangestellter den Irrtum. 

 “Mit der Faust auf den Tisch hauen”

► Seinen Fehler rechtfertigt das Gericht mit einem lapidaren Hinweis: “Der Irrtum beruht auf einem falschen Geburtsdatum, welches vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg angegeben wurde.“

Es habe laut der Familie weder eine Erklärung, noch eine Entschuldigung von Seiten der Behörden gegeben.

Seine Kinder sieht der Berliner inzwischen wieder regelmäßig, doch auch die Aufklärung des Irrtums habe seine Beziehung nicht mehr retten können. Nach Monaten des Misstrauens sei es dafür einfach zu spät.

Zur “Bild” sagt der Familienvater: “Eigentlich juckt es mich in den Fingern, mal ins Jugendamt zu fahren, und mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Es ist doch Wahnsinn, was so ein Fehler einer Behörde alles anrichten kann.“

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(lm)

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