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13/01/2018 15:28 CET

Kindesentführung: Sie ließ eine Fremde ihr Baby halten – ein tragischer Fehler

"Wie konnte ich so dumm sein?"

AntonioGuillem via Getty Images
Symbolbild 
  • Als Eleanor Williams 18 Jahre alt war, gab sie ihre neugeborene Tochter für einen Moment einer Fremden zu Aufsicht
  • Heute, 34 Jahre später, fehlt von dem Mädchen noch immer jede Spur

Sie war gerade einmal 18 Jahre alt, eine junge Frau, alleine an einem Busbahnhof im Stadtzentrum von Washington. Eleanor Williams hatte ihr Baby dabei. April, das Mädchen war gerade einmal dreieinhalb Monate alt. 

Es war der 2. Dezember 1983 – ein Tag, der sie bis heute noch heimsucht, sagt Williams der “Washington Post”. Es war der Tag, an dem eine fremde Frau ihre Tochter entführt. 

“Sie war freundlich und stellte viele Fragen”

Sie sei erschöpft gewesen, erzählt sie. Es war das erste Mal, dass die junge Frau ihren Heimatstaat Virginia verlassen habe, die stundenlange Reise nach Washington habe sie geschafft. 

Dort wollte sie eigentlich nur einen Zwischenhalt einlegen, für drei Stunden. Eine junge Frau habe sie am Busbahnhof angesprochen, sagt Williams. Sie habe sich als Latoya vorgestellt. 

“Sie war freundlich und stellte viele Fragen: ‘Wo fährst du hin?’ und ‘Wie alt ist dein Baby’? Sie war einfach nett”, erinnert sich Williams. Dann habe Latoya gefragt, ob sie April kurz halten könne.

“Ich saß ja direkt neben ihr, direkt daneben. Also sagte ich ‘okay’, und ließ sie.”

“Sie ging sie wickeln und ich sah beide nie wieder”

Layota habe April genommen und ihr gesagt, dass das Baby eine neue Windel brauche, erzählt Williams der “ Washington Post”.

Sie sei skeptisch gewesen, aber sehr müde. “Und ich wurde nachdenklich, aber ich hatte schon mein Okay gegeben und sie war schon aufgestanden und nahm April mit in den Waschraum.”

Zehn Minuten seien vergangen, bis sie nervös geworden sei. Sie sollte ihre Tochter nie wieder in den Armen halten: “Sie ging sie wickeln und ich sah beide nie wieder.” 

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Williams kann sich bis heute nicht verzeihen

Später, berichtet die “Washington Post”, rennt Williamson zur Polizei. Sie habe unter Tränen berichtet, was passiert ist. Ein Beamter fragt sie später, ob sie ihr Baby verkauft habe. Die “Post” druckte schon damals, 1983, einen Artikel über den Fall. 

Williamson sagt heute, der Moment am Busbahnhof habe ihre Psyche gebrochen. Mehrmals habe sie daran gedacht, sich umzubringen. Doch sie glaubt, dass April noch lebt. 

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“Ich gebe mir jeden Tag die Schuld”, sagt Williams. “Jede Minute, bis zu dieser hier. Es ist 34 Jahre her, es ist vorbei. Aber ich lebe jeden Tag damit, ich denke immerzu daran: Wie konnte ich so dumm sein? Warum habe ich das getan?” 

Noch immer feiert Williams Aprils Geburtstag. “Ich bleibe dann allein, das ist mein und Aprils Tag”, sagt sie der “Post”. Sie hat heute noch zwei weitere Kinder: Eine Tochter und einen Sohn. 

(ujo)