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Appell eines Start-up Gründers: Deutschland versteht die Digitalisierung falsch

Verteufeln wir weiterhin den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, werden viele Arbeitnehmer das Nachsehen haben.

19/01/2018 16:46 CET | Aktualisiert 19/01/2018 16:52 CET
scyther5 via Getty Images
Verteufeln wir weiterhin den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, werden viele Arbeitnehmer im Wettbewerb um Jobs das Nachsehen haben.

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, neue Industriezweige entstehen und vermeintlich sichere Jobprofile werden zunehmend prekär. Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Wir sehen schon heute, dass Japan und Deutschland, die Länder mit dem weltweit höchsten Automatisierungsgrad, trotzdem die niedrigsten Arbeitslosenquoten haben. Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass auch in Zukunft die Anzahl an Arbeitsplätzen weiter steigen wird.

Das mit dieser Entwicklung einhergehende Problem wird allerdings sein, dass in einigen Branchen sehr viele Jobs wegfallen werden, wie beispielsweise in der Logistik beziehungsweise im Transport.

Die Politik hinkt hinterher

Wie schaffen wir es, diese Menschen, die ihren Job verloren haben, wieder in eine Beschäftigung zu bringen, die Zukunft hat?

Wie machen wir aus einem Lastwagenfahrer einen Kundenberater für Big Data-Analyse-Software oder qualifizieren ihn für andere Jobprofile, die in den nächsten Jahren von der Wirtschaft stark nachgefragt werden?

Herausfordernd dabei ist, dass sich im schnellen Technologie-Zeitalter
mehrjährige und kostenintensive Ausbildungen oft nicht lohnen, da unsicher ist, ob der Job wenige Jahre später noch existiert.

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Welche Lösungen gibt es für dieses Dilemma? Die Politik hinkt, sowohl bei
der Ausbildung als auch bei der Gesetzgebung, leider hinterher. Auf die neuen Anforderungen für den Arbeitsmarkt und seine Teilnehmer muss aber reagiert werden – und zwar schnell, flexibel und human, wollen wir die wachsende Ungleichheit und die soziale Spannung in der Gesellschaft nicht noch verschärfen.

Was können wir tun, um Arbeitsplätze für Menschen – im Wettbewerb mit Maschinen und der zunehmenden Automatisierung – zu sichern?

Künstliche Intelligenz wird genutzt, um Arbeitsplätze zu erhalten

Diese Frage inspirierte mich zur Gründung meines neuen Unternehmens. Mit i2x̅.ai stellen wir Menschen ein Tool zur Verfügung, mit dem sie sich auf
Wunsch sowohl Know-how aktiv aneignen, eigene Daten analysieren als auch ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern können – auf Basis von Künstlicher Intelligenz.

Auf diese Weise unterstützen wir Arbeitnehmer, vor allem im Bereich Telefonberatung und Vertrieb, effektiver zu lernen, ihr volles Potential auszuschöpfen und motiviert zu bleiben.

Für uns steht der Mensch und seine Zufriedenheit im Job im Mittelpunkt. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird nicht genutzt, um Arbeitsplätze mit Maschinen zu ersetzen und Kosten zu sparen.

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Im Gegenteil, wir nutzen sie, um Arbeitsplätze zu erhalten, ermöglichen Menschen, sich schneller auf neue Anforderungen im Berufsleben einzustellen und gegenüber der Maschine sogar einen Vorteil zu erzielen.

Ich wünsche mir von der Politik mehr Offenheit

Diesen kooperativen Ansatz sollte sich auch die Politik zu Herzen nehmen.

Verteufeln wir weiterhin den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, werden viele Arbeitnehmer im Wettbewerb um Jobs das Nachsehen haben.

Generell wünsche ich mir von der Politik mehr Offenheit gegenüber neuen Technologien und ihrem Potenzial zugunsten der Menschen sowie praktikablere Gesetze für Unternehmen.

Dies ist notwendig, um auch im Bereich Datenanalyse und Verarbeitung Weltmarktführer zu werden. Alles andere sollte und kann nicht der Anspruch des Exportweltmeisters Deutschland sein und gefährdet die zukünftige
Grundlage unseres Wohlstands massiv.

Mehr über Michael Brehms Erfahrungen als Gründer könnt ihr auf der Startup Day’n’Nite Konferenz hören, die am 20. Januar 2018 zum zweiten Mal in München stattfindet. Die Teilnehmer erwarten dort außerdem 10 volle Stunden gefüllt mit  Keynotes, Panels und Workshops zum Thema “Inspirational Learning“ mit bekannten Größen aus Business und Entrepreneurship. Hochkarätige Speaker geben zudem Einblicke in die Welt des erfolgreichen Unternehmertums.

Mehr zum Programm findet ihr hier