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31/01/2018 16:46 CET | Aktualisiert 31/01/2018 16:48 CET

15 Menschen mit Depression erzählen, woran sie einen Rückfall erkennen

"Ich fange an, undeutlich zu sprechen."

cindygoff via Getty Images
Ein überwältigendes Gefühl von Einsamkeit ist nur eines von vielen Anzeichen dafür, dass sich eine Depression anbahnt. 

Dieser Text erschien zuerst bei “The Mighty”, einer Community für psychische Gesundheit, und wurde von Anna Rinderspacher übersetzt und gekürzt. 

Eine Depression kann Menschen plötzlich treffen. Manchmal kündigt sie sich aber auch über längere Zeit an.

Die Anzeichen sind von Person zu Person unterschiedlich. Wir haben die Community von “The Mighty”, die sich mit mentaler Gesundheit befasst, nach ihren persönlichen Warnsignalen gefragt.

Das haben sie geantwortet:

1. “Ich bin leicht reizbar und ärgere mich über jede Kleinigkeit. Ich versuche, mich gegen die schleichende Traurigkeit zu wehren und das schlägt in Wut um. Wenn dieser Zustand mehr als zwei Tage andauert, weiß ich, dass ich dringend etwas dagegen unternehmen muss.” — Abbey A.

2. “Ich fühle mich furchtbar einsam. Manchmal bekomme ich kein Wort heraus, nicht mal in Gegenwart derer, die mir sehr nahe stehen.” — Marty C.

3. “Depression und Angstzustände gehen bei mir miteinander einher. Ich bin immer kurz davor zu weinen, ohne, dass es einen ersichtlichen Grund dafür gibt. Ich bin müde und schlapp und spüre einen merkwürdigen Druck auf meiner Brust.” — Vanessa A.

4. “Normalerweise mache ich den Abwasch jeden Tag. Aber wenn meine Depression zuschlägt, lasse ich das dreckige Geschirr manchmal solange stehen, bis es anfängt zu stinken. Denn ich registriere es gar nicht mehr.” — Martha W.

5. “Ich weiß, dass mir eine depressive Episode bevorsteht, wenn ich weniger auf mich Acht gebe. Ich rede weniger mit anderen Menschen, ich esse weniger und es fällt mir schwer, morgens aus dem Bett zu kommen.” — Mike V.

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6. “Ich fange an, den Sinn meines Daseins in Frage zu stellen. Ich bleibe lieber im Bett, als mich mit Freunden zu treffen, weil mich der Gedanke überkommt, dass sie mich ohnehin nicht brauchen. Außerdem fühle ich mich minderwertig und unglücklich.” — Lauren S.

7. “Entweder ich schlafe andauernd, oder ich liege stundenlang reglos im Bett. Ich dusche weniger und wasche mir die Haare nicht – was für mich ziemlich krass ist, da ich prinzipiell viel Wert auf Reinlichkeit lege. Ich fühle mich so apathisch, dass ich nicht mal weinen kann. Trostlosigkeit und Verwirrung, Angst und Aufruhr plagen mich. Ich werde vergesslich und spreche undeutlich. Ich bewege mich langsamer und habe Konzentrationsschwierigkeiten.” — Heather W.

Antriebslos und lebensmüde

8. “Mein ganzer Körper tut weh, so als ob ich die Grippe hätte. Meine Muskeln sind verspannt. Es fühlt sich an, als hätte ich einen Krampf im ganzen Körper. Ich würde gerne schlafen, aber der Schmerz hält mich wach.” — Tanya C.

9. “Ich verliere das Interesse an meinen Hobbies. Ich habe keine Lust zu lesen, schreiben, oder zu zeichnen. Jeder dunkle Gedanke, den ich je hatte, kommt zurück – ich komme mir nutzlos vor und fühle mich traurig und erschöpft.” — Chris M.

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10. “Ich verliere die Lust am Leben. Ich bin grundlos traurig und breche plötzlich in Tränen aus. Jede noch so kleine Aufgabe wird mir zu viel.” — Devon B.

11. “Wenn sich meine Gedanken verfinstern, denke ich darüber nach, wie viel einfacher es wäre, wenn ich nicht existieren würde. Ich denke dann automatisch über Selbstmord nach und überlege, wie ich es anstellen würde – obwohl ich nicht vorhabe, mich tatsächlich umzubringen.” — Megan E.

12. “Ich fühle mich antriebslos. Selbst um mich zu schminken und zu frisieren fehlt mir die Kraft.” — Hannah M.

13. “Es fängt damit an, dass ich mich distanziere, wenn ich mit einer Gruppe unterwegs bin. Und endet damit, dass ich mich selbst verletze.” — Sukriti T.

14. “Ich werde immer zynischer und sehe nur noch schwarz.” — Mike P.

15. “Ich habe das Gefühl, dass ich es nicht verdiene auszugehen. Und dass es ohnehin niemanden interessiert, ob ich da bin, oder nicht.” — Sofia S.

Depressionen sind eine schwere und sehr ernstzunehmende Krankheit. Regelmäßig Sport treiben, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf können helfen, die Krankheit zu bekämpfen.

Doch kaum einer schafft es, sich ganz alleine daraus zu befreien. Es lohnt sich, Hilfe anzunehmen und den Kampf anzutreten. Die Seite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe kann ein Anfang sein.

(ks)