POLITIK
04/01/2018 13:24 CET | Aktualisiert 04/01/2018 15:10 CET

Vollverschleierung: In dieser Region dürfen Frauen nur ein Auge zeigen

Die Mozabiten trennen sich strikt von anderen Gruppen des Islam.

  • Mozabitische Frauen sind vom öffentlichen Leben nahezu ausgeschlossen  
  • Verlassen sie doch einmal das Haus, müssen sie einen Schleier Tragen, der alles bis auf ein Auge verdeckt
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Sie trennen sich strikt von anderen Gruppen des Islam: Ein Auge – mehr dürfen Frauen in der Oase M’zab in der algerischen Sahara nicht von sich zeigen. Die Mozabiten sind eine strenggläubige Ibaditen-Gemeinschaft. 

Wie viele Frauen in Algerien tragen sie den Haik, einen hellen Ganz-Körper-Schleier, der nur die Augen freilässt – manchmal, wie bei den strenggläubigen Mozabiten, auch eben nur ein Auge. Seine Zipfel werden oft mit den Zähnen festgehalten.

Selbst für algerische Verhältnisse praktizieren die Bewohner der Oase M’zab eine besonders sittenstrenge Form der Religion, die Frauen nahezu jeglichen Umgang außerhalb der Familie verbietet.  

So leben die mozabitische Frauen

Zohra Bensemra / Reuters
Mehr als ein Auge lässt der Haik, das Gewandt der Frauen in M’zab, nicht frei.

Von besonderen Ausnahmen abgesehen verlassen sie das Haus vom Tag ihrer Hochzeit an nicht mehr. Es ist ihnen verboten, Freundinnen zum Tee einzuladen, da dies Klatsch begünstigt und die Frauen von der Hausarbeit abhält.

Auch einen Arzt dürfen mozabitische Frauen nicht besuchen, da alle Körperteile, die dieser berührt, nach ihrem Tod in die Hölle wandern. 

Nun hin und wieder wird es ihnen erlaubt, in Begleitung von Verwandten das Haus ihrer Eltern aufzusuchen.

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