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11/01/2018 16:45 CET | Aktualisiert 11/01/2018 16:45 CET

Die Nazis bauten eine Ferienkolonie für 20.000 Menschen – so sieht sie heute aus

Hitler höchstpersönlich soll sie in Auftrag gegeben haben.

  • Nazis wollten die größte Urlaubsanlage der Welt bauen 
  • Es hat über 80 Jahre gedauert, bis Menschen einziehen konnten
  • Im Video oben seht ihr, wie die Anlage heute aussieht

Es sollte das größte Urlaub-Resort der Welt werden und gilt noch heute als eines der längsten Gebäude der Welt. Der Koloss von Prora auf der Insel Rügen ist ein viereinhalb Kilometer langer Komplex aus Stahlbeton und symbolisiert wie kaum ein anderes Monument den Größenwahn der Nazis.

20.000 Deutsche sollten hier Urlaub machen

Die Anlage, die 150 Meter vom Strand entfernt ist, besteht aus acht Blöcken. Jeder ist 550 Meter lang und verfügt über sechs Stockwerke. In dem “Kraft durch Freude”-Komplex, wie er damals genannt wurde, sollten 20.000 Deutsche Urlaub machen können.

1936 starteten die Bauarbeiten, die Hitler persönlich in Auftrag gegeben haben soll. 1939 wurden die Bauarbeiten jedoch wieder eingestellt. Hitler brauchte die Arbeiter und die Ressourcen für den Krieg.

1994 wurde Prora unter Denkmalschutz gestellt

Der Rohbau wurde fertiggestellt, aber dabei blieb es. Bis 1992 wurde die Anlage von Militärs verwendet. Zuerst von der Wehrmacht selbst, später von der roten Armee. Das Militär der DDR nutzte das Areal als Ausbildungsstätte. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Bundeswehr. 1994 wurde Prora schließlich unter Denkmalschutz gestellt.

Prora gehörte schon in den 90er-Jahren zu den beliebtesten Touristenzielen auf der Insel. Ein Dokumentationszentrum erinnert an die Vergangenheit des Gebäudes, außerdem wurde in einem der Blöcke eine Jugendherberge eingerichtet. Der größte Teil des Komplexes stand jedoch lange Zeit leer.

Aus dem Plattenbau werden Luxuswohnungen

Das änderte sich 2011, als der erste Block der Anlage ausgeschrieben wurde. Allein die Lage des Areals weckte bei vielen Investoren Interesse. Nach und nach wurden, bis auf einen, alle Blöcke verkauft und anschließend saniert. 

So sollen insgesamt über 1000 Eigentums- und Ferienwohnungen sowie Hotels entstehen. Etliche Wohnungen sind inzwischen bereits fertiggestellt und bezogen worden.

Die exklusive Lage hat ihren Preis: Die Preise für die zumeist luxuriösen Wohnungen erreichen bis zu 6.200 Euro pro Quadratmeter.

Und auch der letzte verbliebene Block (Block 5) soll in diesem Jahr verkauft werden, berichtete der NDR kürzlich. Es ist der letzte Abschnitt, der momentan noch in öffentlicher Hand ist. An den Kauf der besonderen Immobilie sind jedoch Bedingungen geknüpft: So muss der zukünftige Investor eine Gedenk- und Bildungsstätte errichten. 

 

(jds)