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Warum es wichtig ist Teenager in Social Business zu unterrichten

22/10/2015 10:42 CEST | Aktualisiert 22/10/2016 11:12 CEST
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Im Jahr 2011 habe ich gemeinsam mit Professor Mario Biggeri von der Universität Florenz mit Professor Muhammad Yunus gesprochen und das Yunus Social Business Centre University of Florence (YSBCUF) eröffnet. Dies soll als Recherchezentrum und Beratungsstelle das Konzept Social Business fördern.

Beim Social Business handelt es sich um Unternehmen, deren Ziel die Lösung von Sozial- oder Umweltproblemen ist und die dabei auf Gewinnausschüttung verzichten. Den Investoren wird ihr investiertes Kapital vollständig zurückerstattet, nicht mehr und nicht weniger.

In unserem Zentrum teilen wir voll und ganz Professor Yunus Nachdruck, Jugendliche in das Social Business mit einzubeziehen. Unser Ziel ist es, Teenager dazu zu bringen, ihr Potenzial zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen, proaktiv zu werden und nicht darauf zu warten, dass ihnen ein Job angeboten wird, sondern sich selbst Arbeit zu schaffen.

In Pistoia, der ersten Social Business City Italiens, führen wir aus diesem Grund seit 2012 an den Schulen regelmäβig Bildungsprogramme durch, an denen jedes Jahr mehr als 350 Schüler teilnehmen.

Im Unterricht sprechen wir von der Grameen Bank, von den verschiedenen Social Businesses weltweit und bitten die Schüler, eventuelle Probleme in ihrem Wohnbezirk zu identifizieren. Außerdem stellen wir ihnen einen Social Business-Unternehmer vor.

Am Ende des Programms werden die Schüler in Gruppen eingeteilt, um die Planung eines Social Business nachzustellen, das ein gesellschaftliches Problem lösen soll. Mit ihren Ergebnissen nehmen sie anschließend an einem Ideenwettbewerb teil. Die besten Social Business-Projekte gewinnen eine internationale Reise, um Social Businesses in anderen Ländern kennenzulernen.

Bis heute sind die Ergebnisse dieses Programms sehr ermutigend. Vor dem Social Business-Kurs ziehen nur 10% der Schüler in Erwägung, später einmal selbst Unternehmer zu werden. Vor dem Social Business-Kurs plante niemand, Unternehmer im Bereich des Social Business zu werden, da keiner wusste was Social Business eigentlich bedeutet.

Am Ende des Kurses denken 20% der Schüler darüber nach, später als selbständige Unternehmer zu arbeiten, während 10% zu einer Karriere als Social Business-Unternehmer tendieren würden.

Wir kontaktieren jedes Jahr alle Schüler, die an unserem Programm teilgenommen haben um herauszufinden, ob sich ihre Einstellung diesbezüglich geändert hat. Die Prozentsätze bleiben jedes Jahr so gut wie unverändert.

Das bedeutet, dass ein ungefähr zehnstündiger Social Business-Kurs sowohl die Zukunftshaltung der Teenager verändert, als auch die Wahrscheinlichkeit verdoppelt, dass ein Jugendlicher beschlieβt Unternehmer zu werden und bewirkt, dass 10% der Jugendlichen anfangen über eine Berufslaufbahn als Social Business-Unternehmer nachzudenken.

Jetzt stellt euch vor, man führe dieses Programm mit 100.000 Schülern in Deutschland durch. Sollte es die gleichen Wirkungen wie auf die italienischen Schülern haben, könnte es jedes Jahr circa 10.000 Jugendliche geben, die daran interessiert wären, in der Zukunft ein Social Business zu gründen. Stellt euch vor, dass auch nur einer von hundert am Ende tatsächlich ein Social Business gründet. Im Laufe einiger Jahre könnte es bis zu hundert neue Social Businesses geben, um ein oder mehrere gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Wenn wir die Gesellschaft verbessern wollen, ist es an der Zeit, Teenagern Social Business beizubringen.

Nach seinem Studium für Entwicklungsökonomik an der Universität von Florenz leitete Enrico Testi im Jahr 2009 das Forschungslabor ARCO (Action Research for Co-Development) der Universität in Florenz.

Im Jahr 2011 wurde er in Kooperation mit Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus Mitbegründer und Leiter International Relations des Yunus Social Business Centre University of Florence. Im Jahr 2012 startete er sein Pilotprogramm in Pistoia und wurde 2013 vom Vita Non-Profit Magazine in die Liste der Top 100 Innovatoren Italiens aufgenommen.

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