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Wie ein Klassenfoto das lächerliche Weltbild der AfD entlarvt

18/07/2017 15:08 CEST | Aktualisiert 18/07/2017 15:19 CEST
Wolfgang Rattay / Reuters

"Aufwachen, Deutsche! Geht auf die Straßen und in die Wahllokale! Sonst seid Ihr bald überall Minderheit im eigenen Land". Unter diesem Motto postete die NPD vor kurzem das Abschlussfoto eines Abiturjahrgangs aus Duisburg.

Für die offen rassistische Partei ein Unding: Auffallend viele Abiturientinnen tragen ein Kopftuch und auch unter den restlichen MitschülerInnen haben offensichtlich viele einen Migrationshintergrund.

Natürlich eine Steilvorlage für die NPD, paranoide Ängste zu schüren - oder wie ich es formulieren würde: jammern auf hohem Niveau.

Doch nur wenige Tage später stolperte auch die AfD über das Foto und teilte es ebenfalls auf ihrer Facebookseite: "Sieht man sich den Abiturjahrgang 2017 der Theodor König Gesamtschule Duisburg an, offenbart sich nicht nur die mangelnde Integration der muslimischen Bevölkerung, sondern auch der gesellschaftliche Wandel insgesamt".

Nun ja, was gibt es da anderes zu sagen als:

1.) Faszinierend: Die AfD verheimlicht mittlerweile nicht einmal mehr ihre Nähe zur NPD.

2.) Zusätzlich zeigt sie, dass sie an einer gelungenen Integration überhaupt kein Interesse hat. Denn wer plötzlich ein Problem mit dem Kopftuch hat - nur weil die Trägerin nicht mehr als Putzfrau arbeitet, sondern Abitur macht - der entlarvt sein lächerliches Weltbild selbst.

3.) AfD und NPD können so viel rumjammern, wie sie möchten - an einer Tatsache wird sich nichts mehr ändern: Deutschland ist bunter als vor einigen Jahren. Und das Foto beweist: Die Integration in Deutschland funktioniert eben doch, und zwar weitaus besser, als Rechtspopulisten uns weismachen wollen.

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Denn stellt euch vor: Die Kanaken wagen es doch tatsächlich, an deutschen Schulen ein deutsches Abitur zu machen! Ich weiß, liebe AfD- und NPD-Anhänger, das überfordert euch. Aber wessen Problem ist das jetzt genau?

Mehr zum Thema: Wie ich als Muslima einer Mitbürgerin in Tracht erklärte, was Heimatliebe bedeutet

4.) Und schließlich: Wer jetzt noch ernsthaft in Erwägung zieht, diesen braunen Mist zu wählen, dem sollte klar sein: Ihr gebt eure Stimme nicht etwa einigen besorgten Patrioten, die sich um das Wohlergehen Deutschlands sorgen, nein. Ihr gebt eure Stimme einem Haufen Rechtsradikaler in schicken Anzügen.

P.S.: Herzlichen Glückwunsch an alle Abiturientinnen und Abiturienten, besonders denen der TKG Duisburg.

(jz) (kap)

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