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Warum nicht mal einen Krimi für Frauen?

15/09/2015 17:57 CEST | Aktualisiert 15/09/2016 11:12 CEST
Tetra Images via Getty Images

Krimis gibt es viele. Regionalkrimis auch. Aber Krimis für Frauen sind eher eine Randerscheinung auf dem hiesigen Buchmarkt. Wieso eigentlich? Wo doch bewiesen ist, dass Frauen den höheren Anteil an Lesern ausmachen.

Es mag vielleicht an der ungewöhnlichen Mischung liegen, dem Gebräu aus Chick Lit und Spannungsliteratur, welches sich nicht so einfach anrühren lässt. Die Leserin von heute ist wahrlich gut belesen und lässt sich nicht mit halbherzigen Storys abspeisen.

Ob letztendlich nur eine Frau versteht was Frauen zu lesen wünschen, bleibt spekulativ. Zweifelsohne hilft es aber immens eine Frau zu sein, wenn es ums Verfassen von Frauenliteratur geht. Das gilt natürlich auch für „Frauenkrimis".

Warum ausgerechnet Frauen als Zielgruppe, werde ich immer wieder gefragt. Ich bin eine Frau und schreibe gerne für Frauen, weil Frauen für mich schlichtweg Allroundtalente sind. Ohne Frauen wäre die Welt ein wahres Chaos und ehrlich gesagt ziemlich unromantisch.

Es gibt im Grunde nix was Frauen nicht können, außer vielleicht sich beim Fußball schauen am Gemächt kratzen. Bei allen anderen Dingen des Lebens mischen Frauen ganz weit vorne mit. Frauenpower eben!

Dass ich meine Leser gerne auf deutsche Inseln entführe, ist mittlerweile nicht nur Frauen bekannt. Mit dem Team von Leserkanone.de sprach ich über meine Affinität zum Meer, die Liebe zur Frauenliteratur und mein aktuelles Buch, das durchaus auch männertauglich ist.

Auszug/Interview:

Frau Bieling, vermutlich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem neuen Roman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Sonne, Strand und Tod« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Bei »Sonne, Strand und Tod« handelt es sich um einen Rügen-Krimi, der auf Chick-Lit-Elementen aufgebaut ist. Meine Heldin, die leitende Ermittlerin Luna Maiwald, ist gerade auf dem Weg in den Urlaub als ein mysteriöser Mord ihre Urlaubspläne durchkreuzt. Zurück auf Rügen steht sie nicht nur vor einer Mordermittlung ohne jeglichen Ansatz, sondern auch vor einem privaten Desaster. Ihr Exfreund und Vater der gemeinsamen Tochter Marcia lässt sich spontan auf der Insel nieder und dringt zunehmend in ihr Leben ein. Kein guter Zeitpunkt also, um sich in den vertretungsweise zum Leiter der Rechtsmedizin berufenen Ingmar Wolff zu verlieben, der mit Luna Hand in Hand an der Aufklärung des Falles arbeitet. Als ein weiteres Mordopfer gefunden wird, ist die Katastrophe komplett und die Jagd nach einem Serientäter eröffnet, an den scheinbar nur die Ermittlerin selbst glaubt.

Nach »Cinderella auf Sylt« und »Rapunzel auf Rügen« ist »Sonne, Strand und Tod« der dritte Roman in Folge, in dem Sie Ihre Leser auf eine deutsche Insel entführen. Woher kommt die literarische Affinität zum Meer? Was macht die Insel Rügen für Sie selbst zu etwas so Besonderem, dass Sie Ihre Leser erneut auf die literarische Reise dorthin schicken?

Ich mag das Meer schlichtweg. Und ich mag die Magie, die mich jedes Mal aufs Neue ergreift, wenn ich barfüßig am Strand stehe und hinaus aufs Meer blicke. Ein fantastisches Gefühl von Freiheit und sehr inspirierend. Die Insel Rügen mag ich besonders gerne, weil ich dort schon als Kind die abenteuerlichsten Erfahrungen gemacht habe. Ich war ein eifriger Muschelschalensucher, hatte aber auch schon unangenehmen Kontakt mit Feuerquallen.

In einer Sache unterscheidet sich Ihr neues Buch von den beiden vorhergegangenen Inselromanen deutlich: Handelte sich bei den anderen noch ausschließlich um sommerliche Urlaubslektüre, kommt dieses Mal ein Kriminalfall hinzu. Was hat Sie dazu gebracht, dieses Mal Genres zu vermischen? Was unterschied das Schreiben eines Buchs mit Krimi-Komponenten von der Arbeit an den anderen beiden Inselromanen? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie »Sonne, Strand und Tod«?

Nach meinen beiden ersten Inselromanen brauchte ich eine kurze Auszeit, um mir darüber klar zu werden, welchen Weg ich zukünftig schriftstellerisch gehen möchte. In dieser Zeit habe ich mich vermehrt der Redaktionsarbeit und dem Journalismus gewidmet. Und ich habe einen Krimi konzipiert, der von Dialoglastigkeit getragen und aus Sicht einer starken Heldin erzählt wird. Ich habe quasi das Pferd von hinten aufgezäumt und nicht dem Täter, sondern der Heldin mein Augenmerk gewidmet, was natürlich jeden erfahrenen Krimiautoren die Haare zu Berge stehen lässt. Aber he, Kunst sollte frei sein und grenzenlos. Dieses Projekt war eine echte Herausforderung und hat sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen, als alle Projekte zuvor. Aber ich wollte es unbedingt verwirklichen, die Geschichte der Kriminalhauptkommissarin Luna Maiwald erzählen, vielleicht auch um auszutesten, inwiefern ich hin und wieder mal der »Chick Lit-Schublade« entfliehen kann. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Luzifer Verlag und den Cover-Designer Timo Kümmel, ohne die meine kriminelle Geschichte nur getippte Buchstaben auf elektronischem Papier wäre. Die Zusammenarbeit war und ist einfach grandios.

Das ganze Interview auf Leserkanone.de

Quelle: Leserkanone.de

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