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12 Dinge, die ihr über Köln wissen müsst, bevor ihr Schnappatmung bekommt

06/01/2016 16:46 CET | Aktualisiert 06/01/2017 11:12 CET
MARKUS BOEHM via Getty Images

Warum derzeit 80 Tatverdächtige keine 1000 Täter sind - erklärt in einfachen, auch für die langsameren unter den Pressevertretern verständlichen Worten.

1. Wenn in Köln aus einer Gruppe von rund tausend Männern heraus von geschätzt 100 Männern Straftaten begangen werden, lautet die korrekte Überschrift nicht „Köln: Tausend Männer fallen über Frauen her".

2. Wenn die Polizei gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger feststellt: „Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter, mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun.", dann hat das Wort „Flüchtlinge" in einer korrekten Überschrift auch nichts zu suchen.

3. Wirklich nicht.

4. Auch wenn Schlagzeilen, in denen Worte wie „tausend Männer", „Flüchtlinge" und „belästigte Frauen" vorkommen, ganz viele Klicks versprechen.

5. Im Journalismus geht es nicht um Klicks, sondern um Fakten.

6. Pro-Tipp: Fakten sind das, was gesichert feststeht.

7. Es gibt keine richtige Schlagzeile mit den falschen Fakten.

8. Lasst das also.

9. Wir sagen es nicht gerne, aber falsche Schlagzeilen wie die von den 1000 Flüchtlingen, die Kölner Frauen belästigten, machen uns nicht sehr geneigt, den Journalismus zur Gänze zu retten.

10. Einmal verbreitete Schlagzeilen können übrigens nicht ungeschrieben gemacht werden. Der Eindruck, dass 1000 Flüchtlinge in Köln Frauen mindestens belästigten, ist das, was bleibt. Für immer, egal, wie viele erklärende Artikel jetzt nachgeschoben werden.

11. Könnt Ihr Pegida, die AfD und so weiter und so fort lachen hören, wie schön die Lügenpresse ihr Geschäft besorgte?

12. Wir Prinzessinnenreporter, die letzte Bastion vor den Horden der Finsternis, werden den heutigen Tag mit Seufzen verbringen.

Dieser Blogbeitrag erschien zuerst bei Prinzessinnenreporter

Justizminister Heiko Maas zu Köln: „Eine neue Form organisierter Kriminalität"

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