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Start-up mit Brot

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BREAD
Betsie Van Der Meer via Getty Images
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Die meisten jungen Leute streben nach der Ausbildung oder dem Studium eine Festanstellung in einem Unternehmen an. Es geht aber auch anders. Der Sprung in die Selbstständigkeit kann eine durchaus attraktive Alternative sein. Einige Beispiele solcher Start-ups junger Erwachsener möchte ich hier vorstellen.

Dumm wie Brot sagt man oft gehässig. Das junge Team von Brotliebling beweist das Gegenteil. Gemeinsam mit einigen Freunden hat der damals 24-jährige Johannes Arning vor ein paar Jahren die Firma Brotliebling gegründet. Die jungen Firmengründer kommen aus ganz unterschiedlichen Studienrichtungen, die sich aber offensichtlich sehr gut ergänzen. Brotliebling stellt aus Bio-Getreide Backsets für Brot zusammen.

Mit leckeren Rezepten machen sie Brot zu einem ganz besonderen Geschmackserlebnis. Nicht nur das: In ihrem Blog erfährt der Leser viel Interessantes zum Thema Brot und Getreide, aber auch über Ernährung und Speisebräuche. Kein Wunder, dass die jungen Unternehmer angesichts ihrer Kreativität bereits viel öffentliche Aufmerksamkeit erfuhren. In zahlreichen Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften wie Brigitte, dem Zeit Magazin, enorm, Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung oder Landlust wurde bereits über das Start-up Unternehmen berichtet, sogar im ZDF und bei VOX wurde es einem breiten Publikum vorgestellt.

Im Berliner Miele-Studio gibt es inzwischen regelmäßig Backkurse mit Brotliebling und mittlerweile hat sich sogar ein privater Investor gefunden, der es dem jungen Unternehmen ermöglicht, sich noch weiter zu etablieren und womöglich sogar zu expandieren.

Als Sozialunternehmen will Brotliebling aber nicht nur Geld verdienen, sondern auch Gutes tun. Mit jedem verkauften Brotliebling wird daher ein Schulbrot für benachteiligte Berliner Kinder finanziert. Pro Kilo verkauften Mehls geht ein Euro an die Initiative Buntes Haus in Berlin Hellersdorf.

Außerdem werden die Backsets in einer Behindertenwerkstatt gefertigt, und bieten damit diesen auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermittelnden Menschen eine berufliche Perspektive. Es ist das erklärte Ziel der Gründer, nachhaltiges Wirtschaften mit herausragendem gesellschaftlichem Engagement und vorbildlicher Ökobilanz zu verbinden.

In einem ganz anderen Segment hat Andreas Bruckschlögl, geboren 1989, den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Das Unternehmen, das der junge Mann ursprünglich mit einigen anderen gegründet hat, vertreibt eine Analyse-Software, die zur Webseiten-Optimierung und dem Qualitätsmanagement von Homepages dient.

Über 145.000 Kunden nutzen bereits die Dienste dieser Webseitenoptimierung. Bruckschlögl gewann vor einigen Jahren mit seiner Firma OnPage sogar den Start-up-Award. Mittlerweile ist der junge Mann auch Mitglied des Beirats Bayern Digital, der von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner einberufen wurde.

Sehr beeindruckt hat mich auch die Geschäftsidee der jungen Modedesignerin Teresa Göppel und ihrer Geschäftspartnerin, der Juristin Nathalie Schaller. In ihrer Firma GLIMPSE beschäftigen sie ehemalige Zwangsprostituierte aus Indien zu einer fairen Bezahlung, was in der Modebranche leider eher die Ausnahme ist. Nach einigen Startschwierigkeiten scheint sich die junge Firma inzwischen einigermaßen etabliert zu haben. Laut Presseberichten erhält GLIMPSE zunehmend Anfragen von Hilfsorganisationen, die sich eine Zusammenarbeit wünschen.

Kuchen, wie von ihrer Oma gebacken, wünschte sich Katharina Mayer. Und weil sie den nirgendwo zu kaufen fand, gründete die junge Frau kurzentschlossen ihre Firma kuchentratsch. Die Idee dahinter: kuchentratsch sollte eine neuartige Anlaufstelle für SeniorInnen bieten. Mit dem gemeinsamen Kuchenbacken sind einerseits ein Generationen übergreifender Austausch und Vernetzung, andererseits auch ein Zuverdienst zur Rente verbunden. Die SeniorInnen erleben Gemeinschaft, übernehmen Verantwortung und sind Teil eines kleinen Unternehmens, für das ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten von maßgeblicher Bedeutung sind.

Die angeführten Beispiele zeigen: Die deutsche Gründerszene ist vielfältig. Einiges aber haben alle gemeinsam: Die jungen Unternehmer setzen ihre kreativen Ideen mit sehr viel Eigeninitiative, Engagement und Know-how um. Von Null-Bock-Mentalität keine Spur!

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Ratgeber UND JETZT? Der Mutmacher und Ratgeber für junge Erwachsene zu persönlichem und beruflichem Erfolg.

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