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Ein Geheimnis des Erfolgs

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SUCCESS
Christopher Kimmel via Getty Images
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Viele Leute haben das Gefühl, Erfolg hätten immer nur die anderen. Während sie selbst nicht voran kommen, sondern vermeintlich ewig auf der Stelle treten, sieht es für sie so aus, als ginge es bei manch anderem wie von selbst immer nur in eine Richtung - nach oben.

Das ist zwar Unsinn, doch allein der Begriff "Karriereleiter" verleitet zu dieser Vermutung. Schließlich dient eine Leiter dazu, auf geradem Weg direkt nach oben zu kommen. Die Realität sieht allerdings auch hier, wie so oft, anders aus: Auf dem Weg zum Erfolg sind leider auch Niederlagen unausweichlich.

Diese Tatsache, die man im Sport als selbstverständlich ansieht und akzeptiert, gilt zwar auch in allen anderen Lebensbereichen - doch nicht jeder ist sich dessen bewusst. Dabei ist die psychische Widerstandsfähigkeit, Resilienz genannt, eines der ganz wesentlichen Erfolgsgeheimnisse. In diesem Punkt unterscheiden sich die Menschen allerdings ganz erheblich. Die gute Nachricht dabei ist aber, dass sich auch Resilienz trainieren lässt.

Angemessen mit Enttäuschung umgehen

Es ist durchaus nachvollziehbar, wenn jemand auf Enttäuschungen zunächst mit Frust oder Zorn reagiert, sich die Wunden leckt oder sich wütend in eine (mentale) Ecke verzieht. Das Problem dabei ist: Es bringt einen nicht weiter.

Erfolgreiche Menschen lassen sich dagegen trotz Rückschlägen nicht entmutigen, es gelingt ihnen vielmehr, sich auf unvermeidlichen Durststrecken selbst zu motivieren und nach einem Scheitern neue Wege zur Umsetzung ihrer Ziele einzuschlagen. Und genau das ist eines ihrer Erfolgsgeheimnisse.

Ein Beispiel

Meine absolute Lieblingsgeschichte in diesem Zusammenhang ist die Geschichte von Boyan Slat. Der junge Niederländer gab seine Vision trotz einer ersten Niederlage nicht auf und versucht das scheinbar Unmögliche: Er will die Ozeane vom Plastikmüll befreien.

Gerade einmal 17 war er, als er seine erste Expedition unternahm. Der Weg dahin war nicht einfach. Zunächst sah es 2012 gar nicht schlecht aus. Boyan kommt in Kontakt mit TEDx, einer Innovationskonferenz, und darf auf diesem Treffen für Vordenker und Erfinder seine Idee zur Reinigung der Ozeane vorstellen.

Sie findet auch Beifall. Doch der Erfolg blieb zunächst aus. Im Bemühen Mitstreiter und Financiers zu gewinnen, kontaktiert Boyan 300 Firmen. Keine ist interessiert. Spätestens an dieser Stelle hätten viele wohl aufgegeben. Boyan nicht.

Und als seine Idee in einem Blog vorgestellt wird, wendet sich das Blatt endlich zu seinen Gunsten. Plötzlich wird seine Youtube-Seite aufgerufen wie verrückt. Der Durchbruch ist geschafft und der junge Mann gründet das Projekt "The Ocean Cleanup".

Finanzierung über Crowdfunding

Innerhalb von zwei Wochen sammelte er dafür über Crowdfunding 100.000 Dollar, auch wenn immer noch nicht klar war, ob das Projekt überhaupt realisierbar wäre. Die Untersuchungen der Expedition beweisen, dass es in zehn Jahren zumindest möglich wäre, die Hälfte des Plastikmülls aus den Weltmeeren zu fischen. Noch ist nicht klar, ob das Projekt jemals finanziert werden wird und falls ja, ob es erfolgreich sein wird.

Doch immerhin: Ein weiterer wichtiger Schritt ist getan. Am 20. Mai 2015 verkündete das Unternehmen auf seiner Homepage, dass ein Prototyp der für die Meeresreinigung gedachten Vorrichtung im zweiten Quartal 2016 vor der Küste Tsushimas, einer Insel zwischen Japan und Südkorea, in Betrieb gehen soll.

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Mit einer Länge von 2000 Metern wird es die längste, künstliche Struktur auf einem Ozean sein und soll für mindestens zwei Jahre in Betrieb sein. Ganz so schnell wie erhofft ließ sich dieses Projekt zwar offensichtlich nicht umsetzen, aber tatsächlich ist seit Juni immerhin ein 100 Meter langer Prototyp vor der niederländischen Nordseeküste in Betrieb. Ein Jahr lang soll sie arbeiten.

Noch ist nicht klar, ob das Projekt erfolgreich ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass die schwimmenden Schläuche, die für die Reinigung eingesetzt werden, stürmischem Wetter und rauer See trotzen. Eines ist allerdings jetzt schon sicher: Boyan Slat hat gelernt, auch mit Misserfolgen umzugehen und man darf sich ziemlich sicher sein, dass er seinen Weg erfolgreich weitergehen wird.

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