Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Elisabeth Motschmann Headshot

Wir müssen die Protestwähler zurückgewinnen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
AFD SCHWERIN
Axel Schmidt via Getty Images
Drucken

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat 5 Prozent weniger Stimmen bekommen als bei der letzten Wahl. Sigmar Gabriel bezeichnet das als "tolle Leistung" und „super Ergebnis". Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen vor eineinhalb Jahren hatte die SPD satte 5,8 Prozent verloren. Alle sprachen von einem "desaströsen Ergebnis", von einer "Wahlschlappe" und einem "herben Tiefschlag" für die SPD. Bürgermeister Jens Böhrnsen übernahm dafür die Verantwortung und zog die Konsequenzen. Er trat zurück.

Hier wird offenkundig mit zweierlei Maß gemessen!

Das hohe Wahlergebnis der AfD hat viele Menschen erschüttert. Es ist eine ernste Warnung an alle etablierten Parteien. Dabei war es nicht das Programm der AfD, das so viele Menschen überzeugt hat. Vielmehr ist das Wahlergebnis als "Denkzettel" an die etablierten Parteien zu verstehen.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Partei "Die Linke" am meisten Stimmen an die AfD verloren hat. Ihren bisherigen Nimbus als "Protestpartei" insbesondere der ostdeutschen Bevölkerung hat sie damit offenbar verloren. Das ist umso kurioser, weil viele Wähler damit von extrem links nach extrem rechts gewechselt sind. Inhalte scheinen dabei keine Rolle gespielt zu haben. „Hauptsache dagegen" war offenbar das Motto.

Da ist es auch gleichgültig, dass die AfD eine Partei ist, die Probleme beschreibt, aber nicht löst. Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten liegen bei ihr dicht beieinander. Ich bin fest überzeugt, dass sich das auch in der täglichen Arbeit im Schweriner Landtag bald herausstellen wird. Im besten Fall entzaubert und zerlegt die AfD sich dann selbst.

Unser Ziel muss es sein, die Protestwähler und Nichtwähler zurückzugewinnen. Wir haben uns in der Vergangenheit möglicherweise zu wenig mit ihnen auseinandergesetzt und zu wenig für unseren Kurs und um Verständnis geworben. Das hat sich jetzt gerächt. Nur wer Diskussionen führt, kann Überzeugungsarbeit leisten. Nur wer für seine Überzeugungen wirbt, kann Vertrauen schaffen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: