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Diese Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe werden unsere Städte radikal verändern

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GREEN CITY
Mitchell Funk via Getty Images
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Starkregen, Flut, Feinstaubbelastung: Gerade in Städten werden die Folgen des Klimawandels immer stärker spürbar. Städtische Grünanlagen können einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung des Stadtklimas leisten.

Mit dem Klimaabkommen von Paris wurden wichtige Weichen zum Klimaschutz gestellt, nun gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Städtisches Grün kann dazu beitragen, die Städte klimasicherer zu machen, denn die Stadtbevölkerung ist vom Klimawandel besonders betroffen und die technischen Möglichkeiten CO2 einzusparen sind besonders begrenzt.

Hier sind fachgerecht angelegte und gepflegte Grünanlagen gefragt, denn diese haben immense positive Auswirkungen auf das Stadtklima gerade angesichts dauerhaft steigender Temperaturen und erhöhen zudem Lebensqualität, Wohlbefinden, Gesundheit und das soziale Miteinander.

Naturparks machen 25 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands aus

Gemeinsam mit den 17 Biosphärenreservaten, 16 Nationalparks und dem Grün in urbanen Regionen bilden sie sogar ein Drittel der Gesamtfläche der Bundesrepublik. Wälder und Naturparks dienen Großstädtern nicht nur als beliebte Erholungsgebiete.

Sie haben zudem wichtige ökologische Funktionen, die sich auch innerhalb der Stadt bemerkbar machen. Es sind vor allem vier Bereiche, anhand derer die Bedeutung städtischen Grüns zum Ausdruck kommt:

Folgen des Klimawandels

Städtisches Grün verbessert das Stadtklima nachweislich, es produziert als grüne Lunge Sauerstoff und minimiert die Feinstaub- und Schadstoffbelastung in der Luft. So filtert beispielsweise eine einzige Buche die Jahresemission eines PKW mit einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km.

Gerade im Zuge dauerhaft steigender Temperaturen und der damit verbundenen Gesundheitsrisiken sind Grünflächen für die Lebensqualität in Städten essentiell.

Klug angelegt können sie beispielsweise als Kaltluftschneisen kühle Luft aus dem Umland in die Städte befördern. Durch die geringe Sonneneinstrahlung im Wald bleiben die Lufttemperaturen im Sommer niedriger als auf freistehenden Flächen oder in bebauten Gebieten.

Die Temperaturunterschiede können 3 bis 6 Grad gegenüber freien Flächen und 4 bis 8 Grad gegenüber Städten erreichen. Durch den Luftaustausch zwischen Stadt und Land kann somit kühle, gereinigte Luft aus Waldgebieten in urbane Regionen fließen und die Lebensqualität der Stadtbevölkerung verbessern.

Zudem werden immer häufigere Starkregen vorhergesagt. Dies macht Überflutungen wahrscheinlicher, da viele Flächen in Städten versiegelt sind. Grünflächen, in denen Wasser versickern kann, schaffen Abhilfe.

Ein weiteres Thema: Begrünte Dächer und Fassaden. Diese können die Energie, die für Klimaanlagen verbraucht wird, um etwa 20 Prozent reduzieren. Themen, die Deutschland besonders betreffen, da der fortwährende Temperaturanstieg hier über dem internationalen Durchschnitt liegt, wie vom Deutschen Wetterdienst festgestellt.

Ökologie

Städtische Grünanlagen, wie Parks, Wiesen und begrünte Dächer, lassen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Sie sind Rückzugsmöglichkeit und Futterquelle zugleich. Grünanlagen bieten Schutz vor Straßenverkehr und Lärm und beherbergen zahlreiche Brut- und Nistplätze. Entgegen weit verbreiteter Meinungen ist die Stadt vielen Tieren ein Zuhause.

So leben in Berlin beispielsweise mehr Nachtigallen als in ganz Bayern. Tatsächlich ist die Artenvielfalt im städtischen Raum sogar größer als in ländlichen Gebieten.

Lebensqualität

Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten - in Europa sind es bereits über drei Viertel der Bevölkerung. Trotzdem möchten viele Stadtbewohner naturverbunden leben und sich im Grünen vom Alltagsstress erholen. Städtisches Grün ist daher ein echter Mehrwert inmitten urbaner Lebensräume.

Laut einer Forsa-Umfrage vertrauen 94 Prozent der Befragten auf die positive Wirkung von Grünflächen auf Körper und Seele. Insbesondere die Aspekte „Sport und Bewegung" stellen zentrale Beweggründe für den Aufenthalt im Park dar. So gaben 74 Prozent der befragten Großstädter an, dass sie Parks aufsuchen um Sport zu treiben.

Darüber hinaus hat der Pflegezustand und damit die Aufenthaltsqualität der Park- und Grünanlagen großen Einfluss auf dessen Nutzung. 73 Prozent der 14- bis 29-jährigen gaben an, dass eine bessere Ausstattung und Pflege der Park- und Grünanlagen dazu führen würde, städtische Parks häufiger als bisher zu nutzen.

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Gesundheit

Die positive Wirkung von frischer Luft und Bewegung auf das Immunsystem ist vielfach belegt. So z. B die Befunde einer Studie zu den gesundheitlichen Effekten städtischer Grünflächen:

  • Die filternde und kühlende Wirkung von Bäumen und Sträuchern fördert die Gesundheit
  • Grünflächen wirken sich positiv auf Wohlbefinden und Psyche aus
  • Das Sozialverhalten von Menschen, insbesondere Kindern, wird durch städtisches Grün positiv beeinflusst.

Gesundheitsexperten empfehlen täglich einen mindestens 3.000 Schritte langen Spaziergang. Durch die Bewegung im Grünen werden Stresshormone abgebaut, die das Immunsystem schwächen können, Blutdruck und Herzfrequenz regulieren sich. Schon fünf Minuten reichen um die Muskeln zu entspannen und den Blutdruck zu senken.

„Grün in die Stadt" ist eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. Die Initiative bündelt Informationen zu vielen positiven Aspekten städtischen Grüns und dient zugleich als Plattform für Dialog und Austausch mit allen Interessierten. Die gleichnamige Tour durch 12 Städte informierte im Rahmen eines Pop-Up-Parks. Die Veranstaltungsreihe ist „Ausgezeichneter Beitrag der UN-Dekade Biologische Vielfalt": www.gruen-in-die-stadt.de.

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